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Es ist schon eine Weile her als der letzte Beitrag in dieser Reihe erschien. Aber wir bleiben im selben Land, ja der selben Stadt und dem selben Tag. Denn hier …

… stehe ich vor dem Gebaeude in dem das Elektron entdeckt wurde … und das Neutron … und die Struktur der DNA … um nur die bekanntesten Dinge zu nennen. Fetzt wa.

Mittlerweile gehørt in dem Gebaeude nix mehr zur Physik und das Laboratorium das diesen Namen traegt ist 2025 bereits zum zweiten Mal wegen Platzmangel umgezogen … das Elektron kann aber nur ein Mal entdeckt werden und deswegen musste ich mich natuerlich vor dessen Entdeckungsort stellen.

Da dies der Silvesterbeitrag ist, konnte ich beim Titel nicht widerstehen … ansonsten hat das Thema dieses Beitrags herzlich wenig damit zu tun.

Wir verbleiben fuer einen weiteren Beitrag in Kagoshima. Und die heutige Kuriositaet faellt in ein Themengebiet, was auch hier bereits auftauchte — immer und ueberall praesenter Katastrophenschutz. „Kuriositaet“ ist natuerlich nicht als „komisch“ oder gar „lustig“, sondern im Sinne von „verblueffend“ bzw. „Neugier ausløsend“ gemeint. Was es fuer uns Mitteleuropaer, die wir in einer gelogisch ziemlich stabilen Region leben, tatsaechlich der Fall ist. Denn das Aufschieben der Alpen scheint z.Z. nicht so kraeftig vonstatten zu gehen … und ich hier in Norwegen lebe ja sowieso in einer der geologisch aeltesten, an der Oberflaeche befindlichen (!), leicht zugaenglichen (!) und ausgedehnten (!), geologischen Formationen. Bei mir zu Hause ist das also schon per definitionem geologisch stabil, denn ansonsten gaeb’s das hier alles gar nicht mehr. Jaja, es gibt noch sehr (!) viel aeltere Gesteinsformationen, manche davon sogar aus dem Hadaikum (!), aber das faellt dann alles aufgrund der zusaetzlich angegebenen Qualifikationen raus … das hab ich geschickt eingefaedelt, wa!

Aber ich schwoff ab. Denn eigtl. wollte ich sagen, dass Japan (geologisch gesehen ein Baby) nicht nur von Erdbeben, sondern auch von Vulkanen geplagt ist — liegt es doch im pazifischen Feuerring. Und weil Kagoshima direkt neben einem aktiven Vulkan liegt, versucht unser Planet diese Stadt (menschlich gesehen) langsam aber (geologisch gesehen) stetig zu begraben.
Besagte Menschen muessen die aus den Tiefen der guten alten Erde ausgespuckten Materialien dann wieder wegraeumen, denn wenn Mitglieder unserer Spezies erstmal ’n Platz gefunden haben, an dem es fetzt, lassen wir uns nicht so leicht vertreiben.
Oder anders: jede(r) muss die auf sein (oder ihr) Haupt gefallene Asche zwar selber auffegen, aber damit das dann nicht alle ins Meer kippen, wird das von den Steuerzahlern dafuer bezahlten Diensten an gekennzeichneten Sammelstellen abgeholt. Letztere sind durch solcherart Schilder …

… gekennzeichnet … und beim Spaziergang durch die Stadt, sind die mir altem Europaer sofort ins Auge gefallen, eben weil solche Zustaende fuer uns so unbekannt sind … OKOK … ich gebe zu, dass lag auch daran, weil da der Vulkan so prominent drauf abgebildet ist … wobei ich denke, dass ich auch ohne diese visuelle Hilfe nach ein paar Schildern versucht haette herauszufinden, was die bedeuten.

Ich lasse euch, meine lieben Leserinnen und Leser, damit natuerlich nicht alleine, deswegen hier die Uebersetzung:

So, genug dazu … ich wuensche einen guten Rutsch und ein fantastisches 2026.

Heute etwas ganz Besonderes, passend zur Weihnachtszeit und den herrschenden Temperaturen; naemlich das wirklich und wahrhaftig allererste Thermometer mit einer Celsiusskala:

Das kann man im Gustavianum (durchaus einen Besuch wert) in Uppsala (dito) anschauen.

Links ist noch der originale Draht mit dem Celsius (mit Vornamen Anders, nicht wie man mglw. denken mag „Grad“ … *kicher*) das damals, in der ersten Haelfte des 18. Jahrhunderts, an Sachen gehangen hat.

Aber das wirklich Interessante ist, natuerlich die Skala. Ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, solltet mal auf das Bild klicken und reinzoomen; die Skala ist naemlich falsch herum. Oder anders gesagt: zu Celsius Zeiten hat man sich im Winter verbrueht, wenn man raus gegangen ist … waren schon heftige Zeiten damals.

Celsius hat die Skala bis zu seinem Tode „falsch herum“ (fuer ihn natuerlich richtig rum) benutzt. Aber schon ein Jahr nach seinem (fruehen … 44 Jahre wurde Anders nur alt) Tod, hat Carl (ausnahmsweise nicht Marx, sondern Linneus) es nicht mehr ausgehalten und das ganze richtig rum gedreht.

Abschlieszend eine Sache, die man wohl nur Ironie des Schicksals nennen kann. Ich erwaehnte vor laengerer Zeit, wie schwer es vormals war Temperatur richtig zu messen. Entsprechend viele kluge Køpfe haben sich dran versucht. Und jeder hat sich natuerlich eine eigene Skala, mit anderen Referenzpunkten fuer Null und Einhundert (oder so) erdacht. Einer davon war Delisle (der hiesz auch nicht „Grad“ mit Vornamen sondern Joseph-Nicolas) und der hat die von ihm gebauten Thermomter an andere Natuerforscher geschickt, damit die das benutzen.
Eigentlich voll geschicktes Marketing, wenn man seinen Namen in Geschichtsbuechern sehen will … Anders nun dachte sich (wie alle anderen … Wortspielkasse), dass er auch seine eigene Skala will. Das ist natuerlich die Skala, die es bis in unsere heutige Zeit geschafft hat und die wir mit Celsius‘ Namen versehen haben … ganz ohne „Marketing“ und obwohl Joseph-Nicolas deutlich laenger lebte und eigtl. mehr Zeit hatte seine Temperatureinteilung zu verbreiten.

Ich wuensche ein frohe Weihnacht, mit hoffentlich viel Schnee, sodass ich zeitnah Slalom fahren kann.

Puuuh … jetzt ist deutlich ueber ein Jahr vergangen seitdem ich den abschlieszenden Beitrag dieser Miniserie versprach. Ich kann mich erstmal nur wiederholen:

Es waren dann erstmal andere Sachen zu tun und auch keine Lust vorhanden das hier zu schreiben.

Das ist halt ein Nachteil an der deutlich verminderten Beitragsfrequenz. Und dann kann ich mich gleich nochmal wiederholen:

Nun sitze ich aber gerade (und noch eine Weile) im Zug und habe zwar immer noch keine Lust … aber auch nix anderes zu tun. Selbstueberredung sei dank folgt dem ersten [zweiten] Teil endlich mal der zweite [abschlieszende] Teil.

Zur Erinnerung: bei der hier besprochenen Hormesis ging es darum, dass SEHR (!) niedrig dosierte radioaktive Strahlung mglw. (!), auf ganze Bevølkerungsgruppen gesehen (!), GANZ (!) leichte, krebsvorbeugende Wirkung haben kønnte (!).
Ich hatte einen møglichen Mechansmus vorgeschlagen (und lese gerade, dass ich in den groben Zuegen damit gar nicht mal so falsch lag). Ehrlich gesagt, nachdem ich jetzt ’n paar Artikel darueber gesichtet habe, bin ich ziemlich ueberzeugt, dass der Effekt echt ist.

Und hier geht’s dann los mit dem was ich eigtl. sagen will. Die potentiellen positiven Effekte sind so klein gemessen am nøtigen Aufwand, dass das praktisch einfach nicht umsetzbar ist. Wie zum Teufel soll man denn die gesamte Menschheit (sehr) leichter Strahlung aussetzen? Das Problem ist naemlich technischer (und damit menschlicher) Natur, denn man darf dabei zu KEINER Zeit Fehler machen, denn relativ wenige Fehler wuerden die recht kleinen positiven Effekte im Gesamtbild ziemlich schnell zunichte machen.
Oder anders (an einem Beispiel): leiche Strahlung muss ja irgendwo herkommen, ich sag jetzt mal aus ’nem Kasten aus Blei. Die Abschwaechung kommt im einfachsten Fall vom Abstand zur Quelle zustande … UND davon wie weit die Klappe des Kastens auf ist.
Und da geht’s schon los, denn wieviele Leute bekommen nicht mal die Heizung richtig reguliert? Das ist sicherlich zu machen, wenn man technisch geschultes Personal in speziellen, dafuer vorgesehenen Einrichtungen hat. Sowas gibt’s ja heutzutage laengst, wir nennen das nur radiologische Abteilung und benutzen es aus anderen Gruenden. Aber wir wollen das auf der Ebene ganzer Bevølkerungen machen. Das muss also in den Schulen und Bueros oder Wohnhaeusern sein. Und da obliegt das alles unter der Kontrolle von deutlich weniger gut geschultem Personal.
Ein Beispiel aus einem anderen Sektor sind Flugzeuge und Autos. Erstere sind „spezielle Einrichtungen“ (weniger als 10 % des Personentransports (Figure 2) in der EU geschieht mit dem Flugzeug) mit gut geschultem Personal auf allen Ebenen und entsprechend wenige Unfaelle gibt es. Jeder Depp darf hingegen Auto fahren (fast 80 %) und die Kompetenzen sowohl der Fahrer als auch der Konstrukteure und Instandhalter ist … ich sag jetzt mal: durchwachsen. Entsprechend gab es 2019 weltweit ueber eine Million Verkehrstote. Niemand wuerde mit dem Flugzeug fliegen, wenn dabei so viele Menschen umkommen wuerden. Und das sind nur die Todesfaelle. Die Zahl der (oft schwer) Verletzten bzw. die Zahl der Unfaelle ist deutlich høher.

Und wie kommt da jetzt der Kapitalismus rein … nun ja … eben habe ich die Flugzeugindustrie als gutes Beispiel angefuehrt. Das ist als das „Best Case Scenario“ anzusehen und deswegen nehme ich das her und verweise nur auf das Boing 737 Max Debakel (und dort weiterfuehrende Links). Viele der in diesem Fall begangenen Fehler (mit hundertfacher Todesfolge!)  haetten vermieden werden kønnen, haetten die haesslichen Seiten des Kapitalismus dem nicht entgegen gestanden … und nun stelle man sich das mit ueberall auf der Welt verteilten Kaesten vor, die radioaktives Material enthalten.

Nun habe ich schon wieder viel dazu geschrieben und noch nicht das gesagt, was ich sagen wollte. Denn eigtl. wollte ich den Artikel, der zu dieser Miniserie fuehrte, an sich kritisieren … oder vielmehr einen guten Anteil der Artikel die ich zu dem Thema gesichtet (aber nicht alle vollstaendig und im Detail gelesen) habe. Denn selbst wenn ich mittlerweile davon ausgehe, dass die Behauptung wahr ist, so liest der (die) Artikel sich an viel zu vielen Stellen wie Lobbyarbeit fuer die Nuklearindustrie, weil die einfach keine Lust haben ihren „Dreck“ ordentlich weg zu machen (Kapitalismus eben).
Oder anders: eigentlich ist die ganze Sache ja etwas voll Tolles und Interessantes und etwas das sich lohnt weiter zu untersuchen. Aber aufgrund der Komplexitaet des Sachverhalts (nicht nur technisch) kann (und meiner Meinung nach wird) eine all zu breites bekannt werden dieser Sache, all zu leicht missbraucht werden … *seufz*

Oder noch anders: man hørt all zu oft von den Atomspinnern, das Folgende: „die Deutschen fuerchten sich vor Strahlung, dabei haben wir doch ueberall Hintergrundstrahlung“. Damit sollen natuerlich die meiner Meinung nach (sehr!) berechtigten Bedenken bzgl. der Gefahren der Atomkraft laecherlich gemacht werden … Propaganda der Kapitalisten ueblichen Verdaechtigen eben. Der fetzige Sachverhalt spielt der besagten Propaganda dabei leider in die Haende und hilft keineswegs, dass so subtile „kleine (!) Strahlungseffekte“ vernuenftig diskutiert werden kønnten.

Lange Rede kurzer Sinn: meiner Meinung nach sind die positiven Effekte sehr leichter Strahlung echt. ABER diese Effekte sind ziemlich klein und auch diffizil zu betrachten und das ist alles so kompliziert, dass das nicht sinnvoll umsetzbar ist und wir als Gesellschaft beim linearen Modell (jedwede Strahlung ist schlecht) bleiben sollten. Und so wuenschenswert ich auch eine ordentliche und breite Diskussion dieser Sache finden wuerde, so denke ich, dass dies viel eher eine Buechse der Pandora ist, die unter den derzeitigen gesellschaftlichen Umstaende zum Wohle aller besser geschlossen bleiben sollte.

Und damit hab ich diese Miniserie endlich abgeschlossen.

Ich habe einen witzigen Nachtrag zum Spielverderber, der aber meinen dort hervorgehobenen Punkt doppelt unterstreicht:

Quelle … ich habe nicht versucht rauszufinden, wo das Original herkam und wer der originale Autor ist … das ist vermutlich ohnehin wenig erfolgsversrpechend.

Aber echt mal! … tihihi

Bei der Quelle denke ich zwar mittlerweile all zu oft, dass solche Interaktionen nicht echt, sondern gestellt sind, weil irgendwer damit „Internetpunkte ernten“ will.
Aber selbst wenn, so tut das der Witzigkeit in diesem Fall keinen Abbruch und wie oben gesagt, illustriert’s selbst im solch einem Fall sehr schøn mein Spielverderberargument.

In meinen Kopf nehm ich das aber als echt, einfach weil das Universum dadurch etwas lustiger wird :).

Nun war ich schon zum zweiten Mal im Land der aufgehenden Sonne und ich bin hier noch nicht mal mit den Kuriositaeten meines ersten Besuches fertig. Was auch zeigt, dass ich schneller wieder dort war als urspruenglich angenommen :).

Wieauchimmer, als ich 2023 in Kagoshima an diesem Firmenschild …

… vorbei lief, konnte ich natuerlich nicht widerstehen und musste das fuer euch, meine lieben Leserinnen und Leser, dokumentieren.
Find ich gut, dass die so ehrlich sind, da weisz man, welchen Telefonservice man lieber vermeiden sollte :).

Das ist uebrigens keine Uebersetzung der Schriftzeichen darunter:

Vielmehr duenkt mich, dass das deren Firmenmotto ist … das ist: witzig.

… hier gibt es sogar physische Postkaesten fuer elektronische Post:

Fetzt ja!

Ich entdeckte das in einem Wohngebiet und wurde nur drauf aufmerksam, weil ich nach ’nem Postkasten fuer meine Postkarten an (einige von euch), meine lieben Leserinnen und Leser, suchte. Das ist auch der einzige Postkasten, an dem ich sowas sah, weil es uebersetzt war. Es kønnte sein sowas voll normal ist und mir das nur nicht auffiel, weil ich die japanischen Schriftzeichen nicht ohne Hilfe lesen kann.

Zunaechst dachte ich, dass es sich dabei um eine etwas eigene Uebersetzung handelt (aehnlich wie hier). Dem ist aber nicht so. Zumindest nicht mittels des Uebersetzungsprogrammes auf meinem Schlaufon. Denn wenn das die Kanji fuer mich uebersetzt, dann steht da auch „electronic mail“ …

… und in Klammern das Wort „Retax“. Ich habe nicht rausgefunden was Letzteres sein soll. Der Name (und alles was ich auch nur im Entferntesten dazu im Internet finde) laeszt vermuten, dass es mit der Steuer zusammenhaengt. Das wuerde den gesonderten Einwurfschlitz erklaeren, wenn die Post den Auftrag hat solche Briefe extra ordentlich zu behandeln. Aber wieso dann „elektronische Mail“?

Ich spekuliere mal munter drauf los und kønnte mir vorstellen, dass das japanische Finanzamt das Einlesen und digitalisieren der Steuerunterlagen von der Post machen laeszt. Und weil’s dann in elektronischer Form sowohl dem Behørden, als auch dem Absender vorliegt der Begriff „electronic Mail“.
Das wuerde auch den gesonderten Schlitz erklaeren, denn der fuehrt zu einer (vermutlich gar nicht mal so schlechten) Vorsortierung. Das hat weniger Arbeit & Fehler und damit schnellere Bearbeitung zur Folge.

Prinzipiell liesze sich das auf alle Behørdenunterlagen ausweiten … der einzige Knackpunkt: warum gibt’s das nicht in „total digital“ also als Seite im Internet … das kønnte an den vielen aelteren Menschen liegen, denen man nicht zumuten møchte, sich auf komplizierten Webseiten zu verlaufen … ehrlich gesagt klingt das ganz plausibel, denn das Wenige was ich vom japanischen Web gesehen habe, ist unuebersichtlich, schwer zu navigieren und dem Rest der Welt dem normalen, alltaeglichen Internet der „westlichen“ Welt 20 Jahre hinterher. Das mit dem „schwer zu navigieren“ kønnte an meinen nichtvorhandenen Sprachkentnissen liegen, aber „unuebersichtlich“ und „veraltet“ sind davon unabhaengig. Auszerdem hab ich schon mehrfach gehørt, dass das Internet in der Form wie wir es „im Westen“ kennen, es in Japan wohl sehr schwer hat, bzw. so nicht wirklich angenommen wird. Und wenn wir ehrlich sind, so weit voraus ist die digitale Verwaltung in Dtschl. auch nicht.

Aber ich schwoff ab und wollte sagen, dass es relativ einfach ist Behørdenunterlagen per normaler Mail raus zu schicken und dann einen speziellen „elektronische Mail“ Briefumschlag dazu zu legen. Das wird dann automatisch von der Post gescannt und in digitaler Form an die Behørde weitergeleitet. Anders als Webseiten die schnell veralten und staendig ueberarbeitet werden muessen, ist solch ein System relativ robust und kann prinzipiell Jahrzehnte lang hervorragend funktionieren. Bei mir auf Arbeit haben wir so einen Scanner stehen und die Briefe flitzen da im hohen Takt durch.
Das erfordert zwar eine gut funktionierende, zentrale Instanz die das aufbaut und leitet, das scheint mir aber machbarer als ein potentielles „digitales Kuddelmuddel“ und das Umgewøhnen von vielen Millionen Menschen (wieder: siehe das „digitale Desaster“ in Dtschl., in dem das seit ueber zwei Dekaden ohne groszen Erfolg versucht wird).
Der Nachteil ist natuerlich, dass es eine etwas laengere Bearbeitunszeit als „total digital“ zur Folge hat … aber wann geht denn selbst bei digitalen Vorgaengen mal was schnell? Da guckt doch immer nochmal ein Mensch drueber und der einzige Unterschied zu frueher ist, dass die jetzt keine Briefe mehr øffnen muessen sondern sich alles auf dem Bildschirm anzeigen lassen. Und es ist prinzipiell schneller als der traditionelle Weg, denn der physische Brief an die Behørde spart sich den Weg vom Postamt zu besagter Behørde.

Wieauchimmer, das hørt sich alles durchaus plausibel an, aber es ist nicht mehr als eine Spekulation und mglw. (bestimmt?) was ganz Anderes.

Ebenso: herrje! Meine urspruengliche Idee fuer diesen Beitrag war nur das Bild zu zeigen und „ohne Worte“ drunter zu schreiben … aber so gefaellt’s mir besser.

… for you
As yet but knock, breathe, shine, and seek to mend;
That I may rise and stand, o’erthrow me, and bend
Your force to break, blow, burn, and make me new.
I, like an usurp’d town to another due,
Labor to admit you, but oh, to no end;
Reason, your viceroy in me, me should defend,
But is captiv’d, and proves weak or untrue.
Yet dearly I love you, and would be lov’d fain,
But am betroth’d unto your enemy;
Divorce me, untie or break that knot again,
Take me to you, imprison me, for I,
Except you enthrall me, never shall be free,
Nor ever chaste, except you ravish me.

Holy Sonnet XIV„, John Donne

Ich hatte da noch was offen:

[…] kann das zentrale Thema sehr stark vereinfacht, aber nicht unzulaessig, als „die Angst der Wissenschaftler die Atmosphaere zu entzuenden“ zusammengefasst werden. […] ich diskutiere das vielleicht nochmal genauer an anderer Stelle.

Der vorliegende Artikel ist besagte „andere Stelle“ und zum Glueck ist dies der diesjaehrige: Geburtstagsbeitrag! Wie immer erlaube ich mir so viel zu schreiben wie ich Lust habe, ohne den Artikel in mehrere Teile zu spalten … denn bei dem Thema brauche ich den Platz fuer den Versuch die Komplexitaet des Themas zumindest anzureiszen.

Los geht’s mit der fuer mich wichtigsten Szene im Film, in der Isidor Rabi Los Alamos (mich duenkt) das erste Mal besucht. Dort findet er Oppenheimer in Uniform vor, was Rabi sofort als unecht erkennt, und erzaehlt ihm am Ende:

Be yourself, only better.

Aber das ist nur die Szene an sich. Fuer mich wichtig … mir kamen fast die Traenen, (auch beim wiederholten Schauen) weil’s mir so nahe ans Herz ging … ist die Stelle in der Oppenheimer seinem (besten?) Freund anbietet die Theoriesektion des Manhatten Projekts zu uebernehmen. Rabi erwidert dann (Seite 60) emotional sehr mitgenommen:

You drop a bomb and it falls on the just and the unjust. I don’t wish the culmination of three centuries of physics to be a weapon of mass destruction.

Der zweite Satz ist der Teil, der mir so sehr nahe geht. Meine geliebte Wissenschaft (nicht nur Physik) deren Ergebnisse leider direkt und indirekt zum Tøten von Menschen verwendet werden … *seufz*.

Oppenheimer erwidert:

Izzy, I don’t know if we can be trusted with such a weapon, but I know the Nazis can’t. We have no choice.

Und da liegt das zentrale Thema nicht nur des Films, sondern auch von Oppenheimer selbst, sobald er die Leitung von Los Alamos uebernommen hat.
Oppenheimer weisz sehr wohl, was die Konsequenzen dessen sind, an dessen Erschaffung er dort einen maszgeblichen, ja entscheidenden Anteil hat. Und damit meine ich nicht nur die direkten Toten durch die Atomexplosionen, sondern die Tatsache, dass er sehr wohl weisz, dass er der Menschheit wie wir sie kennen, ein Mittel zur Selbstausløschung in die Haende gibt — MAD: Mutually Assured Destruction.

Das ist uebrigens der Grund fuer ein weiteres (beinahe) zentrales Thema des Films und definitiv ein zentrales Thema in Oppheimers Leben danach — der erfolglose Versuch den „Geist wieder in die Flasche“ zu bekommen? Sehr schøn zusammengefasst in dem kurzen Wortwechsel zwischen Niels Bohr und Oppenheimer, nachdem Ersterer zur Ueberraschung aller kurz vor Weihnachten pløtzlich in Los Alamos auftaucht (Hervorhebung von mir):

Bohr: Is it big enough?
Oppenheimer: To end the war?
Bohr: To end all war.

Weswegen eine heftige und die Welt schockierende Demonstration leider vonnøten ist, eben damit ALLE Menschen erkennen, dass es wahnsinnig ist Krieg mit diesen Waffen zu fuehren — MAD.

Dennoch gebot die zu dem Zeitpunkt vorliegende Information die Bombe zu bauen, denn niemand wusste, dass die Scheisz-Nazis ihrerseits kein Atombombenprojekt hatten. Ganz im Gegenteil wurde davon (meiner Meinung nach vøllig zurecht) davon ausgegangen, dass dem so ist … waehrend gleichzeitig vøllig klar war, dass die Scheisz-Nazis auf jeden Fall Atombomben einsetzen wuerden, wenn sie solche haetten.

Oder anders: Oppenheimer weisz sehr wohl, dass er an etwas arbeitet, an dem er aus tiefsten Herzen nicht arbeiten møchte, er muss aber, um das (angenommene) VIEL Schlimmere zu verhindern.

Oder anders: Oppenheimer ist sich zutiefst seines (persønlichen) „Suendenfalls“ bewusst … Und zwar schon zu dem Zeitpunkt an dem er zustimmt die Leitung des Projekts zu uebernehmen. Das ist dann natuerlich der Grund, warum er nach dem 2. Weltkrieg so sehr fuer eine Eindaemmung der Verbreitung von Atomwaffen kaempft. … … …

… … … Was uns direkt zum obigen Gedicht bringt … und dass ich hier endlich mal In Our Time erwaehnen kann. Ich høre seit etlichen Monaten auf meinen Spaziergaengen die alten Episoden und neulich hatte ich die Episode vom 2008-07-03 „am Wickel“ in der es um metaphysische Dichtung geht. Der oben zitierte John Donne gehørte zu den entsprechenden Poeten.
Ich schlendere nichtsahnend durch die Gegend und pløtzlich høre ich bei 30 Minuten und 57 Sekunden:

Batter my heart, three-person’d God […]

.oO(Moment! DAS kommt mir verdammt bekannt vor!) … Und dann wird das Gedicht eingeordnet (im Deutschunterricht wuerder man vermutlich „interpretiert“ sagen). Und ohne, dass Oppenheimer (weder der Film noch die Person) zur Sprache kommen, passt es so verdammt gut in das Thema welches ich oben beschreibe. Auszerdem macht es auch deutlich, wie krass gut der Film ist … … …  eben dieses Thema darzustellen, ohne mit dem Finger drauf zu zeigen (und dadurch das Publikum ernst nehmen). Deswegen zitiere ich ab hier aus der In Our Time Episode und ordne das alles bzgl. dessen was ich in diesem Beitrag sagen will ein.

Los geht’s zum geschichtlichen Hintergrund des Gedichts:

[…] there is no question in this age’s perspective, that God is the ultimate, should be the ultimate focus of human endeavor.

Soweit ich weisz, war Oppenheimer nicht religiøs (und wenn dann war er ohnehin Jude, aber zum Glueck muss ich da im Weiteren keine groszen Unterscheidungen machen, denn das faellt ja alles unter die abrahamitischen Religionen) und er wuchs auch nicht unter besonders religiøsen Umstaenden auf. Es is aber wichtig daran zu denken, dass wir in einem sozialen und gesellschatlichen Umfeld aufwachsen welches vom „Religiøsen“ durchdrungen ist. Oder anders: wir alle haben eine mehr oder weniger konkrete Vorstellung davon „wer“ oder „was“ mit „Gott“ gemeint ist.
Bzw. kønnen wir von einem (mehr oder weniger) konkreten „Gott“ zu „etwas Høherem als uns selbst“ abstrahieren … Letzteres kønnte „die Wahrheit“, die Gesellschaft, die Zukunft, die Wissenschaft und andere solche Sachen sein. Und wenn wir dann ein Gedicht lesen in dem ein ganz konkreter christlicher „Gott“ gemeint ist (wasauchimmer das ist), dann kønnen wir die persønliche Interpretation auf das „Høhere als wir selbst“ anwenden. Bzw. kann das Gedicht aus eben diesem Grund immer noch aehnliche Gefuehle und Gedanken ausløsen wie im urspruenglichen, religiøs motivierten Kontext.

Ich bin aber noch nicht fertig mit dem abstrahieren urspruenglich streng religiøser Ideen. Die allermeisten Menschen haben auch ein Konzept von „Suende“. Waehrend das Wort „Suende“ eine massiv religiøse Konnotation hat, so ist es im Grunde ganz einfach zu verstehen als alles, was die Gesellschaft „das Høhere als man selbst“ missbilligen wuerde. Das beginnt mit ganz alltaeglichen Sachen die man mit „du solltest dich schaemen“ kommentieren kønnte — bspw. den Geldbecher eines Bettlers zur Seite treten. Und es reicht zu sehr abstrakten Sachen bei denen die meisten Menschen vermutlich nicht verstehen wuerden, warum man das als „Suende“ deklarieren sollte — ganz konkret in diesem Zusammenhang: den Bau einer Waffe mit der die Guten den Krieg gewinnen und die verhindert hat, dass hunderttausende von eben jenen Guten sterben muessen (ich werde das unten noch mehr einordnen und erweitern).

Ausgehend von „[…] God […] should be the ultimate focus of human endeavor“ folgt:

[…] the individual becomes the seeker after unification with God […]

Gleich wird klarer wie das (im hiesigen Zusammenhang) einzuordnen ist. Obiges Zitat ist gefolgt von:

[…] [the seeker is] trying to forge this relationship between the divine, which he knows should exist.

Und Oppenheimer hat ganz klar „the divine“ erlebt … nicht im religiøsen Sinn, aber insofern, dass er die Schønheit des Universums, ausgedrueckt in den Formeln der Physik (siehe auch hier), ganz konkret erlebt hat und ihm das auch eindeutig auf persønlicher Ebene sehr viel Kraft und „Glauben“ (an die Physik / die Wissenschaft / das Universum) gibt.

Im Film wird das an verschiedenen Stellen ausgedrueckt. Bspw. ist er als junger Student nicht gluecklich; er ist von einem scheinbar (?) chaotischen Universum (ausgedrueckt durch wilden „Funkenflug“) emotional ueberwaeltigt. Und dann aber gibt’s ’n Knackpunkt in seinem Leben. In der ganz exzellenten (fuer Leute die wenig wissenschaftliche Texte lesen aber mglw. „schwer verdauliche“) Biographie …

… wird dargelegt, inwiefern das zeitlich auf einen Sommer eingegrenzt werden kann; wir wissen aber nicht was in dem Sommer wirklich passierte, was zu einer derart fundamentalen (positiven) Aenderung von Oppenheimers Gemuetszustand fuehrte. Besagter Sommer wird (zu Recht) nicht im Film behandelt, aber der „wilde Funkenflug“ wird gleichmaesziger (im Sinne von „von Formeln vorhersagbar“) und Oppenheimer ist fortan in der Lage mit dem vermeintlichen (?) Chaos des Universums zu leben, gar es direkt zu konfrontieren — im Film schmeiszt er Glaeser kaputt … Kristall, Form und Funktion werden zu chaotischen Splittern auf dem Boden … und Oppenheimer verzweifelt darueber (nicht mehr). Ich gebe zu, dass ich diese kurze Szene lange nicht einordnen konnte. Erst beim 8. oder 9. Mal schauen ist mir aufgefallen was hier eigentlich thematisiert wurde und wie krass gut das filmisch und kuenstlerisch ist (auch wenn es natuerlich von Buch und historischer Realitaet abweicht).

Oppenheimer schafft es also eben diese „relationship [with] the divine“ herzustellen und er wird dann ein „Prediger“ — er bringt die Schønheit der Quantenphysik nach Amerika um sie dort vielen Menschen zu lehren.

Dann ist es aber diese Schønheit des Universums, diese wundervolle Physik, die zum Bau eben jener Waffe fuehrt, welche den Untergang des einzigen bewussten Beobachters zur Folge haben kann … und ohne einen Beobachter hørt die Schønheit („the divine“) auf zu existieren.
DAS ist der bereits oben erwaehnte „Suendenfall“ … persønlich fuer jeden involvierten (nicht nur) Physiker, aber auch der Physik an sich und ich wuerde auch argumentieren der Menschheit als Ganzes … (potentieller) Selbstmord ist im in den abrahamitischen Religionen eine der schlimmsten Suenden.
Und Oppenheimer nicht nur mittendrin als eine „Rad im Getriebe“, sondern als der „Architekt“ eben dieses „Suendenfalls“ — was natuerlich seine „relationship [with] the divine“ zunichte macht.

Aber bis zum Testen der allerersten Atombombe war die „Buechse der Pandora“ noch nicht geøffnet. Man haette all das alles innerhalb der „relationship [with] the divine“ (also innerhalb der Physik) noch als „intellektuelle Uebung“ ansehen kønnen.
Oppenheimer ist sich dem zutiefst (!) bewusst. Und als es dann daran geht aus der „intellektuellen Uebung“ eine Realitaet zu machen, ist er sich bzgl. des „[forging a] relationship [with] the divine“ klar, dass

[…] his flawed, his sinful body prevents him from doing [so].

Oder anders: Adam & Eva wurden nach dem Suendefall aus dem Paradies vertrieben; ihre er- und gelebte Verbindung zu „the divine“ wurde getrennt … und Oppenheimer ist (via des besagten Tests) dabei genau diese (von ihm gefuehlte) Verbindung zu trennen.

Kein Wunder also, dass ihm in dem Moment als Groves ihn fragt wie sie den Test nennen sollen, das Gedicht von John Donne ins Gedaechtnis kommt:

Batter my heart, three-person’d God […]

Denn es geht so weiter:

[…] for you
As yet but knock, breathe, shine, and seek to mend;
That I may rise and stand, o’erthrow me, and bend
Your force to break, blow, burn, and make me new.

Der Gast in In Our Time sagt bezueglich John Donne dazu:

[…] that desire to be made new is a fear, of course, that God is not making him new. Why are you not making me new? And does that mean that I am not saved? Does that mean that I am condemned, literally, to die both a physical death but also a spiritual death?
And that feeling […] is something that haunts Donne.

Wie oben gesagt denke ich, dass diese Interpretation ohne wesentliche Abstriche auf Oppenheimer uebertragen werden kann. Gueltig ab  dem Zeitpunkt an dem er die Leitung des Manhattan Projekts uebernommen hat, bis zum Ende seines Lebens. Auch wenn (nicht nur) er sich anfangs mit der empfundenen Notwendigkeit des Projekts aus der eigenen Verantwortung „herauszureden“ versucht bzw. bis zum ersten Test noch die Hoffnung hat, dass dieses entsetzliche „Geschenk an die Menschheit“ „ungeøffnet“ bleiben kann … aber zu dem Zeitpunkt direkt vor dem Test war Ersteres schon nicht mehr møglich (die Nazis waren besiegt) und mit dem Test ist die „Buechse der Pandora“ unwiderbringlich geøffnet.

Und DAS, und wie sich dies ganz konkret in einem Menschen, eben Robert J. Oppenheimer, manifestierte, ist das zentrale Thema des Films und wird eigentlich sogar noch besser ausgedrueckt in den Szenen die ein bisschen vor, aber hauptsaechlich nach der Explosion spielen.

Oppenheimer nimmt die „kollektive Schuld“ der Physiker, der Wissenschaftler, auf sich und versucht fortan die Menschheit davon zu ueberzeugen, dass wir besser sein kønnen, ja besser SIND als in unserer gesamten Geschichte vorher. Und fuer die grosze „Suende“ die er auf sich geladen hat, wurde er in eben jenem  Security Clearance Hearing, welches grosze Teile des Films einnimmt, „gekreuzigt“.

Die Physiker … als mehr oder weniger diffuse Gruppe, wobei Einzelne davon ausgenommen sind (am prominentesten sicherlich Edward Teller) … sind sich dem bewusst (und sehr erleichtert), dass Oppenheimer die „kollektive Schuld“ an diesem „Suendenfall“ anerkennt und auf sich nimmt. Da kann ja keiner drueber reden. Zum einen ist das viel zu abstrakt (ich bezweifle leider, dass ich es in diesem Beitrag schaffe klar genug zu machen was ich meine). Zum Anderen wird die Bombe nach dem 2. Weltkrieg als groszer Erfolg und die Physiker als „Helden“ von der Gesellschaft (also dem „Høheren als man Selbst“) gefeiert. Ein „Sundenfall“ ist es dennoch und jemand muss dafuer „bestraft“ werden … das folgt aus dem (mitnichten klar definierten) Konzept der „Suende“, welches wir alle in uns tragen.
Wenn ich das in seiner Biographie richtig verstanden habe, dann hat Oppenheimer das auch tatsaechlich so aehnlich empfunden … was vermutlich ein wichtiger, wenn nicht gar der Hauptgrund war, weswegen er sich in dem Security Clearance Hearing nicht wirklich zur Wehr setzte.

Die Physiker (siehe die obigen Einschraenkungen) wuerdigen das persønliche Opfer Oppenheimers, weil sie selber dadurch von einer empfunden „Schuld“ entbunden wurden … so aehnlich wie Jesus im chrsitlichen Glauben fuer alle unseren (!) Suenden starb, damit wir die Møglichkeit haben „[to forge a] relationship [with] the divine“. Im Film dargestellt durch David Hill’s Aussage waehrend der Anhørung zur Nominierung von Lewis Strauss zum Secretary of Commerce (hier ab Seite 429, durchaus interessant zu lesen).

Und mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Es war (leider) rational die Atombombe zu bauen aber diese war (und ist) der Suendenfall der Physik (und der Physiker). Die Disziplin, ja die wissenschaftliche Methode an sich, welche die Schønheit des Universums allen Menschen zugaenglich machte, schaffte eben aus dieser Schønheit auch das Mittel welche selbige vernichten kann, indem es „die Atmosphaere entzuendet“ (beinahe im wortwørtlichen und definitiv im uebertragenen Sinne). Und Oppenheimer nahm die „Schuld“ dafuer persønlich, und auch fuer das „Kollektiv aller Wissenschaftler“, auf sich.
DAS ist worum es in Oppenheimer geht und meiner Meinung nach ist das vom Regisseur brilliant (innerhalb der Beschraenkungen die das Medium „Blockbuster“ mit sich bringt) umgesetzt worden.

Kein Wunder also, dass mich dieser Film so fasziniert, dass er mir so nahe geht. Denn auch mir faellt es schwer die wunderbare Physik mit der Realitaet der Atombombe in Einklag zu bringen … dank postmoderner Herangehensweise benøtige ich zum Glueck keinen Einklang (den es vermutlich auch gar nicht gibt), es bedrueckt mich trotzdem … und der Film stellt das so toll dar und erlaubte mir das hier (øffentlich) ganz vage, diffus und unzulaenglich verkuerzt, auszudruecken.

Vor laengerer Zeit machte ich auf das Phaenomen der „Verkrabbung“ aufmerksam und fragte mich was das Geheimniss dahinter ist, dass in der Geschichte des Lebens der Uebergang zur Krabbenform bereits mindestens fuenf Mal stattgefunden hat.

Ungefaehr ein Jahr spaeter stolperte ich ueber die Knurrhaehne, die aktiv daran arbeiten zu Krabben zu werden.

Heute nun stolperte ich darueber, dass nicht nur lebende Wesen Krabben werden, sondern auch PlayStations! Genauer gesagt die PS One:

Quelle (und das ist dort sogar vom urspruenglichen Schøpfer), wie immer steht keine Lizens dran … *seufz*

Das Video zum Playstacean Projekt vom originalen Schøpfer ist durchaus interessant zu schauen. Es ist immer fein Leuten dabei zuzusehen und -høren, die mit Leidenschaft von ihren Projekten erzaehlen.

Wieauchimmer, Verkrabbung hat jetzt auch die unbelebte Materie erreicht. Ich prophezeie, dass unsere zukuenftigen AI-Herrscher in Krabbenform daherkommen werden.

Es steht ja schon alles im Titel, deswegen an der Stelle nur das Beweisfoto:

Das ist im Hiroshima Peace Memorial Park und ich fand’s kurios, insb. weil der Grasbewuchs unter dem Baum eher spaerlich war (ich wuerde vermuten wegen den vielen Besuchern die dort langlatschen).

Es gibt dort (was nicht unweit des „Ground Zero“ der Atomexplosion ist) Baeume, die vøllig verbrannt waren nach dem Inferno, Selbiges aber ueberlebten und im Jahr darauf wieder bluehten (kurzer BBC Beitrag dazu). Diese Baeume werden seitdem natuerlich sehr in Ehren gehalten.

Ich bin mir aber unsicher ob der Baum im Bild dazu gehørt. Ebenso weisz ich nicht, ob der Grasbewuchs normal ist, oder nur daher kommt, dass man gerade derartig spezielle Baeume (sollter der im Bild denn ein solcher sein) im Prinzip ungestørt wachsen laeszt (und deswegen Gras Zeit hat sich dort anzusiedeln).

Wieauchimmer, fuer mich Nordeuropaer war’s was Besonderes und deshalb hielt ich es fest.