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Beim letzten Mal landete ich bei dieser Tabelle, welche abgeschaetzte Zahlen enthaelt bezueglich wieviele Menschen in Norwegen in 2020 an gegebenen Krebsarten erkrankt (bzw. gestorben sind). Ich vertraue der Abschaetzung nicht nur deswegen, weil das von einer (meiner Meinung nach) vertrauenswuerdigen Quelle kommt, sondern weil ich das rueckwaerts gerechnet und mit echten Zahlen aus frueheren Jahren verglichen habe. Fuer Norwegen sind die Abschaetzungen plausibel, ich kann das nicht fuer andere Laender sagen, wuerde aber ohne Bauchschmerzen das Vertrauen auf diese erweitern.

Ebenso: im Weiteren (nicht nur hier, sondern auch in folgenden Artikeln) kuemmere ich mich nur um 50 % der Bevølkerung (die Maenner), nur um die norwegischen Zahlen und bespreche nur die Zahlen fuer 2020 (wichtig fuer wenn das hier in 20 Jahren jemand liest und die Tabelle die Werte fuer 2040 enthaelt).
Die Frauen lasse ich auszen vor, weil ich ein Mann bin und die ganze Sache hier ja ueberhaupt erst mit einer ganz konkreten Frage mich betreffend los ging. Die Unterscheidung ist wichtig, denn die Zahlen sind (leicht, aber signifikant) unterschiedlich fuer Maenner und Frauen. Nicht nur kann eine Frau keinen Prostatakrebs bekommen, sondern ist bspw. die Chance dass ein Mann Magenkrebs bekommt doppelt so hoch.
Dass ich Norwegen nehme ist weniger eindeutig, habe ich doch einen signifikaten Teil meines Lebens in Dtschl. verbracht. Allerdings unterscheiden sich die Zahlen zwischen diesen beiden Laendern nicht all zu stark.

Wieauchimmer, in der oben erwaehnten Tabelle bin ich nicht so richtig an den krebsspezifischen, totalen Zahlen interessiert. Ich will also nicht wissen wieviele Leute (einen bestimmten) Krebs bekommen haben, sondern vielmher wie viele von 100.000 zufaellig ausgewaehlten Menschen dieses Schicksal ereilte. Das ist (in ganz kurz) die Crude Rate. Ueber alle norwegischen Maenner aller Altersgruppen betrachtet sind das 688. Das ist aber irrefuehrend und ich erklaere an einem Beispiel warum.
Fuer das Beispiel stelle man man den Altersschieber zunaechst zwischen 0 und 49 (Jahre). Man erhalt 1289 Krebsfaelle. Nun stelle man den Schieber zwischen 50 und 85+ (Jahre) und erhaelt 17.573 Krebserkrankungen. Das statistischen Zentralbuero Norwegens hilft mir mit diesem Artikel (Figur 5) weiter, bezueglich der Anzahl der Maenner in diesen Gruppen. In 2020 befanden sich der ersten Gruppe 1,752,661 Maenner und in der zweiten Gruppe 932,412 Maenner. Mit entsprechenden, altersgruppenspezifischen Crude Rates von ca. 74 und fast 1900. (Achtung: die Zahlen in der Tabelle weichen etwas ab, weil dort das Wachstum der Bevølkerung etwas ander abgeschaetzt wurde. Die Abweichungen bewegen sich im Rahmen von ca. 2 %, ein erwart- und verschmerzbarer Fehler.)

Die letzten beiden Zahlen sind betraechtlich anders als die obige Crude Rate von 688. Das ist natuerlich voll logisch, Krebs ist auf Gesamtbevølkerungsniveau gesehen im Wesentlichen eine Alterskrankheit. Das erklaert nicht nur mein (verstaerktes) Interesse an dem Thema sondern auch warum die Crude Rate so viel kleiner fuer die juengeren und so viel grøszer fuer die aelteren Maenner ist.
Die zweite Altergruppe ist immer noch viel zu unspezifisch in meiner ganz spezifischen Situation, denn ich bin zur Zeit des Schreibens dieser Artikel 42 Jahre. Deswegen werde ich in spaeteren Artikeln 5-Jahres-Altersintervalle betrachten und mit den altersspezifischen Crude Rates arbeiten.

Ein letztes Achtung: die Crude Rate ist die _jaehrliche_ Chance an (einem gegebenen Krebs) zu erkranken, wenn man sich in einer gegebenen Altersgruppe befindet. Das ist beim kumulativen Risiko wichtig und deswegen komme ich darauf nochmal zurueck, wenn ich die naeher betrachte.

Fuer heute soll das reichen. Beim naechsten Mal gehe ich kurz auf die altersstandardisierte Rate (ASR) ein und warum da im Tabellenkopf ein „World“ hinter steht.

Øhm … æhm … wegen des Themas einer anderen, z.Z. laufenden Miniserie, ist es mir fast ein bisschen unangenehm, dass das heutige Argument auch um Krebs geht und wie wir (indivudell und als Gesellschaft) den nicht als Teil des Kørpers wahrhaben wollen und wie das dann auf das hinaus laeuft, um was es mir mit dieser Serie geht … aber eben nur fast und deswegen schreib ich mal drauflos.
Ich gebe zu, dass mir das hier dargelegte Argument selbst nicht ganz ausgegoren vorkommt … aber ich komm nicht weiter mit meinen Gedanken und im groszen und Ganzen halte ich das durchaus fuer in das Thema passend … selbst wenn mir nicht komplett klar ist wie oder wo es passt.

Wieauchimmer, wenn man Krebs hat, dann wird im Allgemeinen gesagt, dass man gegen den „kaempft“. Dies auf eine Art und Weise, die definitiv NICHT das Immunsystem meint (wie bspw. bei der Grippe). Geht ja auch gar nicht, denn dieses funktioniert ja gerade nicht gegen den Krebs.

Wie aber kann man gegen sich selber kaempfen? … Kaempfen beinhaltet doch, dass man etwas besiegen kann … aber man besiegt sich ja nicht selbst, wenn man vom Krebs geheilt wird.

In meiner kleinen Welt, die nur wenig beruehrt ist von einer echten Ausbildung in der Psyche des Menschen, kann ich mir das nur so vorstellen, dass der Krebs vom Selbst exkludiert wird. Diese Teile werden nicht als zum Selbst gehørend wahr genommen und deswegen kann man die „besiegen“.
Das einzige Mal, dass ich eine andere Darstellung las war im Buch „Døden, skal vi danse?“ (dtsch.: „Tod, ich bitte zum Tanz“) des Arztes Per Fugelli. Dieser hat sich viele Jahre seines Lebens mit dem Tod und wie wir (individuell und als Gesellschaft) damit umgehen auf professioneller Ebene beschaeftigt. Letztlich fuehrte es dazu, dass er seinen Krebs zwar weiterhin psychologisch „abspaltet“ aber dennoch als Teil von sich selbst wahr nimmt, den er eben gerade NICHT durch einen Kampf los wird.

Worum es mir im grøszeren Zusammenhang nun geht ist der folgende Sachverhalt. Krebszellen sind uns viel aehnlicher als ein Kind es jemals sein kønnte. Erstere werden als „nicht meine und das sollen auch nicht meine sein“ angesehen obwohl diese Teil des eigenen Kørpers sind, mit nur ein paar veraenderten Genen (meist noch nicht mal komplett veraendert, so weit ich das verstanden habe). Bei Kindern hingegen wird im Allgemeinen von Eltern oft genug das angenommen, was im Titel dieser Miniserie steht und das obwohl 50 % des Genoms von wem ganz Anderem sind.

Das ist natuerlich ein Widerspruch, es sei denn, dass es gar nicht um die Gene geht. Aber die Gene sind das Einzige, was ein Kind physisch von den Eltern „hat“ (auch wenn superhoher Stress (bspw. durch Misshandlungen durch besagte Eltern) auch nach der Geburt (via DNA-Methylierung) noch die DNA veraendern kann … der  Einfachheit halber lasse ich solche Effekte bei meinen Betrachtungen auszen vor). Wenn es nun aber nicht um die Gene geht, dann lande ich entweder wieder bei dem beim letzten Mal Gesagten (Machtausuebung) oder, dass das ganze Konzept ein unertraeglicher Unsinn ist.

Das muss reichen fuer heute … alles was ich noch dazu schreiben kønnte, waere gedankliches vor und zurueck bewegen. Das mache ich zwar oft genug, lasse es aber an der Stelle sein und hoffe, dass ihr, meine lieben Leserinnen und Leser schon so’n Gefuehl dafuer habt, was ich sagen will.

Beim letzten Mal endete ich mit einem Verweis auf das „Global Cancer Observatory„. Ich musste ein bisschen Zeit auf dieser Seite verbringen um zu verstehen, wie die Daten aufgebaut sind. Deswegen denke ich, dass es recht nuetzlich ist, wenn ich an dieser Stelle kurz darauf eingehe. Dann kønnt ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, bei Interesse gleich zu den relevanten Dingen vorstoszen und spart euch diese Arbeit.
Ich befuerchte allerdings, dass das hier Geschriebene eher eher als spaeter obsolet sein wird. Im Netz veraendert sich schlieszlich immer alles und selbst wenn es die Seite in ein paar Jahren noch gibt, so wird die bestimmt anders aussehen; sei’s drum.

Wenn man den obigen Link klickt, wird man mit mehreren Wahlmøglichkeiten konfrontiert. „Cancer over time“ ist durchaus interessant (und da habe ich mich zunaechst am meisten aufgehalten), aber ich bin natuerlich an der aktuellen Situation interessiert. Deswegen geht es mit „Cancer Today“ (Direktlink) weiter. Weil ich nur an norwegischen Zahlen interessiert bin, ist es nicht so schlimm, dass die Angaben dort  abgeschaetzt sind, denn in den nordischen Laendern ist es seit vielen Jahren obligatorisch Krebs an die entsprechenden Stellen zu melden.

Wieauchimmer, bei „Cancer Today“ wird man dann mit mehreren Wahlmøglichkeiten konfrontiert. Das was sich dahinter befindet ist an allen Faellen von groszem intellektuellen Interesse.
Ganz besonders informativ fand ich die Auftragung der laenderspezifischen, (jeweils altersstandardisierten) (Gesamt)Mortalitaet aufgrund von Krebs ueber dem (Gesamt)Vorkommen von Krebs. Das verhaelt sich alles wie schon besprochen, aber man muss das genauer anschauen um es zu erkennen. Laender wo es wenige Aerzte gibt haben NICHT weniger Krebsfaelle, da wird das nur nicht erkannt/gemeldet. Bzw. haben die vermutlich doch weniger Krebsfaelle, weil die Leute dort frueh an anderen Sachen sterben. In Laendern wo jeder Zugang zu einem Arzt hat werden mehr Krebsfaelle erkannt und gemeldet, aber wenn das Gesundheitssystem dort nicht soooo super gut ist, dann sterben die Leute da auch oft an Krebs (aber nicht so oft an anderen Sachen). In den reichen Laendern gibt es genau so viele Faelle, aber deutlich weniger Leute sterben daran. Auszerdem muss man bei der Darstellung auch immer im Hinterkopf haben, wie viele alte Menschen es in den Laendern gibt (im wesentlichen wieder eine arm/reich Dichotomie, aber nicht nur). Und dann sind da noch Australien und Neuseeland mit den allermeisten Krebsfaellen, die aber zu groszen Teilen durch Hautkrebs zustande kommen; und die Frueherkennung scheint dort sehr gut zu funktionieren, denn die Mortalitaet steigt nicht an.
Das ist ein tolles Diagramm, weil es sooo viel Information enthaelt und all dies kann man auf der linken Seite noch geschlechter- und krebsspezifisch aufteilen … ich gebe aber zu, dass sich die Informationsfuelle eigentlich erst mit genuegend Hintergrundwissen ergibt … allerdings ist das ja oft der Fall.

Aber ich schwoff ab, denn eigentlich bin ich ja an den altersspezifischen rohen Zahlen interessiert und deshalb verschlug es mich am Ende zu den „Tables„.
Auf der linken Seite waehlt man (von unten anfangend) das Land (Population), die Altersgruppe, das Geschlecht und ob man die Anzahl der (abgeschaetzten) Krebsfaelle oder die (abgeschaetzte) Mortalitaet sehen will.

Um die Stimmung bei diesem Thema wieder ein bisschen aufzumuntern, empfehle ich bei den letzten beiden mal hin und her zu wechseln. Zumindest fuer Norwegen (und vermutlich fuer die meisten reichen, westlichen Laender) gibt das naemlich wieder ein hoffnungsfrohes Bild. (Von Ausnahmen abgesehen) stirbt nur ca. 1/3 der Leute an Krebs.

In der Tabelle sieht man auch die Begriffe „Uncertainty Intervall“, „Crude Rate“, „ASR (World)“ und „Cumulative risk“. Weil das abgeschaetzte Zahlen sind, gibt Ersteres fuer alle praktischen Belange an, weit die Zahlen daneben liegen kønnen. Die anderen drei Begriffe erklaere ich ein anderes Mal.

Zum Abschluss noch ein Achtung: Altergruppen sind ueblicherweise (meistens? oft?) 5-Jahres-Intervalle (wenn ich das richtig verstanden habe), der „Slider“ erlaubt als Minimum aber nur 15-Jahres-Intervalle. Ueber die „Drop-Down“-Menues kønnen kuerze Intervalle gewaehlt werden.

Beim letzten Mal erwaehnte ich, das ich

[…] mich daran machte, die wirklichen, altersspezifischen Zahlen zu finden […].

Das stellte sich aber zunaechst als gar nicht so leicht heraus. Der Grund liegt darin, dass in allgemeineren Publikationen bzgl. der Auswirkungen von Krebs diese Zahlen relativ wenig von Interesse sind. Es ist klar, dass ueber 60-jaehrige viel øfter Krebs bekommen als unter 60-jaehrige. Eine Gesellschaft hat aber mehr von Letzteren als von Ersteren. Das ist bei solchen Artikeln in Betracht gezogen und drueckt sich darin aus, dass alle Zahlen „per 100-tausend (Einwohner)“ sind.
Der Artikel von Ugai, T., et al ist bereits eine Ausnahme, weil darin bereits eine altersspezifische Unterscheidung vollzogen wird. Aber mit „juenger oder aelter als 50 Jahre“ ist besagte Unterscheidung sehr grob und ich wollte das feinkørniger haben.

Andererseits sind solche Zahlen sind auch voll informativ, wie der Artikel „Global Cancer Statistics 2020: GLOBOCAN Estimates of Incidence and Mortality Worldwide for 36 Cancers in 185 Countries“ von Hyuna Sung et al. in CA: A Cancer Journal for Clinicians, 71, 2021, pp. 209–249 zeigt.
Ehrlich, das ist total lohnenswert sich die Grafiken dort mal anzuschauen! Denn wenn man drueber nachdenkt, dann ist es ein voll gute Sache, dass heutzutage ((nicht nur) in den reichen Laendern) die Leute haeufiger an Krebs sterben. Das bedeutet naemlich, dass unheimlich viele vermeidbare Todesursachen verhindert werden. Heutzutage sterben ((nicht nur) in den reichen Laendern) weniger Leute an Infektionskrankheiten, verseuchter Umwelt, bei (Arbeits)Unfaellen etc. pp. Und nur _weil_ wir ((nicht nur) in den reichen Laendern) aelter werden kann Krebs ueberhaupt die Todesursache sein.
(Anmerkung: ich habe das „((nicht nur) in den reichen Laendern)“ rein gepackt um deutlich zu machen, dass sich dieser Fortschritt vor allem auf die „westliche“ Welt bezieht, ABER dass es auch in anderen Teilen der Erde besser geworden ist).

Hinzu kommen diese beiden Zahlen aus dem Artikel, welche wirklich nur positiv interpretiert werden kønnen:
– 19.3 Millionen gemeldete Krebsfaelle (weltweit, 2020)
– 9.9 Millionen gemeldete Krebstote (weltweit, 2020)

Wait! What?! Selbst wenn man SEHR pessimistisch ist und annimmt, dass nur 1/4 der Menschheit fuer diese Statistik in Betracht gezogen wird (auch wenn da „weltweit“ steht), weil der Rest in Gebieten wohnt wo kein Arzt hin kommt, dann bedeutet die erste Zahl, dass die Chance Krebs zu bekommen bei weniger als einem Prozent liegt!
Und die zweite Zahl bedeutet, dass heutzutage 50 Prozent der Leute den Krebs ueberleben! … WOW! … Ich sagte bereits frueher, dass man sich nicht all zu sehr den Kopf zerbrechen muss ueber Krebs.

Auch wenn das voll interessant ist, so war es nicht, was ich suchte. Irgendwann fand ich einen fast 1600 Seiten langen Report mit dem Titel „Cancer Incidence in Five Continents Vol. XI“ (direkt zum PDF) von der International Agency for Research on Cancer. Hurra! Denn hier fand ich endlich laender- und krebsspezifische Zahlen.
Und wieder ist die Chance Krebs zu bekommen fuer mich, der ich in Norwegen (S. 869) wohne, mit ca. 1.3 Prozent ziemlich klein. (Anmerkung: diese Zahl bestaetigt indirekt, dass mglw. weltweit tatsaechlich nur 1/4 aller Krebsfaelle registriert werden, denn fuer Norwegen kann angenommen werden, dass so ziemlich alle Einwohner Zugang zu einem Arzt haben.)

Aber das war immer noch nicht was ich suchte, denn auch wenn die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit so klein ist, so liegt die kumulative Wahrscheinlichkeit ueber das ganze Leben bei ungefaehr 40-50 Prozent und ich wollte wissen wie das in meiner Altersgruppe aussieht. Doch dann, spaet Abends, fand ich endlich (wieder) von der International Agency for Research on Cancer eine Datenbank mit dem Titel „Global Cancer Observatory„.

Was fuer Datenschatz! … Damit transformierte ich vom (Daten)Jaeger zum (Daten)Sammler … und damit geht es beim naechsten Mal weiter.

Ich hatte bereits mehrfach erwaehnt, dass Minecraft Turing-komplett ist und Minecraft-Computer sind ja nix neues mehr. Im Wesentlichen geschieht dort das Gleiche wie beim Magic Beispiel vom letzten Mal: (Spiel)Elemente werden in einer bestimmten Reihenfolge angewendet und dies kann dann uminterpretiert werden als Elemente und Instruktionen der Turingmaschine. Bei Minecraft ist das nur viel intuitiver als bei Magic, weil man ja schon mit technischem (Spiel)Elementen anfaengt.
Letzteres ist der Grund, warum ich Minecraft in dieser Serie eigentlich nicht behandeln wollte.

Nun stolperte ich aber darueber, dass jemand einen Minecraft-Computer gebaut hat, in dem Minecraft selbst laeuft. Cool wa! Der Computer im verlinkten Video ist ein Upgrade von dem Modell was hier etwas detaillierter vorgestellt wird (mit noch mehr Programmbeispielen).

Das ist eigentlich immer noch nicht wert fuer diese Serie. Ich bringe es hier, weil ich mehrmals sagte, dass fuer eine gegebene Turingmaschine eine konkrete Uebersetzung eines Programms sehr komplex sein kann und die Bearbeitung von aequivalenten Programmenschritten mitunter sehr viele Einzelschritte in der Turingmaschine benøtigt und damit sehr lange dauert. Hier geht es schnell genug, dass man das zeigen kann. Aber die Implementierung lief bei 10-tausendfacher Geschwindigkeit (und die Videos sind nochmals schneller abgespielt), denn andernfalls …

[…] it would run at a frame every few days

Weil dies das Gesagte so schøn illustriert, war Minecraft dann doch einen kurzen Beitrag wert.

Ach ja, der Titel kommt daher, weil die Leute daran arbeiten, dass auch DOOM auf diesem Computer laeuft. Wenn das fertig ist, ich drueber stolper und mich dran erinnere, dann werde ich das hier auch erwaehnen.

… in Schweden Joe Kurt kaufen:

Tihihihi. Ich fand das zu witzig um das einfach so im Kuehlregal stehen zu lassen und wollte meine Freude gerne mit euch, meine lieben Leserinnen und Leser, teilen :) .

Uff, noch eine neue Miniserie … aber ich versuche mich an kuerzeren, leichter „verdaulichen“ Beitraegen, damit die laengeren und mglw. etwas schwerer zu „verdauenden“ Kevin Bacon Artikel ertraeglicher werden. Das bedeutet aber, dass ich Themen „zerschneiden“ muss.

Wieauchimmer, vor einigen Jahren merkte ich an, dass

[f]alls Dinosaurier intelligent waren dann wuerden wir das gar nicht mitbekommen.

Meine Argumentation lief letztlich auf die Vergaenglichkeit aller Zeugnisse einer wie auch immer gearteten Kultur hinaus.

Mir scheint, dass Schmidt, G. A. und Frank, A. diesen Beitrag gelesen haben und die Idee geklaut davon inspiriert worden sind, den Artikel „The Silurian hypothesis: would it be possible to detect an industrial civilization in the geological record?“ im International Journal of Astrobiology, 18(2), 2018, pp. 142–150 zu schreiben … … … Meine erste Reaktion war: das ist ja wohl mal urst toll wa!
Die Autoren sondieren die im Titel des Artikels gestellte Frage deutlich gruendlicher als ich und ich werde deren Ueberlegungen, Argumente und Ergebnisse im Zuge dieser Miniserie vorstellen.

Gleich vorweg kann ich sagen, dass die Autoren zum selben Ergebniss kommen wie ich. Wenn man nur ein paar wenige Millionen Jahre zurueck geht, hat man ein hinreichend groszes Signal, welches auf Wesen deuten laeszt, die dem Tierreich entstiegen sind:

[…] (the last 2.5 million years), there is widespread extant physical evidence of, for instance, climate changes, soil horizons and archaeological evidence of non-Homo Sapiens cultures […].

Darueber hinaus findet man aber eigentlich nur noch was, wenn man danach buddelt … wobei damit aber i.A. nicht die lustige archaeologische Exkursion in der Wueste Gobi gemeint ist, sondern Bergbau! Und selbst dann kommen nur ein paar wenige Millionen Jahre dazu.

Bleiben Fossilien oder (Abdruecke) von Objekten. Nur dass sich ueberhaupt Fossilien bilden ist EXTREM unwahrscheinlich (mal ganz abgesehen davon, dass man die dann auch noch finden muss):

[…] it is clear that species as short-lived as Homo sapiens (so far) might not be represented in the existing fossil record at all.

Lange Rede kurzer Sinn, die Autoren kommen (wie oben erwaehnt) zu dem Schluss, dass …

[…] for potential civilizations older than about 4 Ma, the chances of finding direct evidence of their existence […] is small.

Deswegen dreht sich der Artikel um …

[…] physicochemical tracers for previous industrial civilizations […]

… denn diese sind nicht lokalisiert (man denke hier an Treibhausgase, Uebersaeuerung der Meere oder Mikroplastik). Voll spannend, wa! Aber dazu mehr beim naechsten Mal.

Zum Abschluss sei noch gesagt, dass die Autoren auch Argumente geben, warum es wichtig ist, sich Gedanken zu machen bzgl. dieser Frage in einem professionellen Kontext … als ob es einer Begruendung braeuchte, sich ueber mglw. raumfahrende Dinosaurier Gedanken zu machen … pfffffff!
Ach ja … zur Begruendung wird (unter anderem) die Drake-Gleichung herangezogen, die in diesem Weblog ja auch bereits Thema (einer Miniserie) war.

Ich finde dies ist ein toller Jahresabschluss … ich wuensche einen guten Rutsch :)

… ist das dritte Buch welches ich von Simon Stålenhag habe. Als ich es nach dem Kauf durchblaetterte, war ich zunaechst enttaeuscht, denn es schien auf den ersten Blick eine Abkehr vom Konzept der vorangehenden zwei Buecher zu sein.

Dementsrpechend wartete ich nach dem Kauf recht lange, bevor ich es las. Zu meiner Ueberraschung stellte sich mein erster Eindruck zwar durchaus als richtig, aber meine Reaktion als unbegruendet heraus.

Das zugrundeliegende Konzept der ersten beiden Buecher — imaginierte Kindheit und Jugend in einer Gegend die voll ist mit seltsamen technischen Artefakten welche dem Ganzen eine Art Semi-Endzeitstimmung geben — gibt nunmal nur so viel her bevor es repetitiv wird. In diesem Buch schafft Stålenhag die erfolgreiche Erweiterung dieses Konzepts. Altes wird erhalten und Neues kommt dazu. Genauer ist hier ein ganzes Land (høchstwahrscheinlich der ganze Planet) und alle Bewohner „betroffen“ von den Artefakten; anstelle einer kleinen Gegend in Schweden und den wenigen Leuten die dort wohnen. Auszerdem muss es eine ganz andere Welt sein, denn die Artefakte sind zwar immer noch technisch, aber ganz anderer Natur.

Stålenhag ist sehr geschickt in der Praesentation dieser (neuen) Welt in Text und Bildern und deswegen wurde trotz meiner anfaenglichen Bedenken dieses (dritte) Buch meine Favorit :) .

Im, beim letzten Mal erwaehnten, Artikel von Ugai, T., et al werteten die Autoren unheimlich viele Daten aus.
Dabei ist natuerlich zu bedenken, dass jeder Datenpunkt ein Mensch ist … was mich direkt zum urspruenglichen und eigentlichen Problem zurueck bringt: man kann leicht auf den deprimierenden Gedanlen verfallen, dass alles was von einem am Ende uebrig bleibt, ein Zaehler in einer Statistik ist, der um eins hoch geht. Dann aber bildet sich dieses Problem auf sich selber ab: darueber will man nicht nachdenken und darum tun das die meisten Leute auch nicht. Aber wenn ich mich nicht mit meinen Aengsten beschaeftige, wie soll ich denn dann lernen denen zu begegnen? Und gerade das Thema des eigenen Todes ist unvermeidbar (und absolut).
Mir hilft dabei sehr dass ich dies eben in Datenpunkte abstrahieren kann. Womit der Kreis geschlossen ist … aber ich wollte das mal gesagt haben.

Wieauchimmer, beim Lesen des obigen Artikels erfuhr ich, dass bestimmte Krebsarten bei Menschen unter 50 Jahren mit so und so viel (wenigen!) Prozent pro Jahr zunehmen. Nach dem ersten Schreck stellte ich mir dann die Frage, wie hoch eigentlich die Chance ist, dass ich einen gewissen Krebs bekomme? Und wie sehr erhøht sich das, weil ich mich so wenig bewege?
Die gute Nachricht: die Zahlen sind im Allgemeinen viel (!) niedriger als man glauben mag … mit Einschraenkungen, aber darauf komm ich an anderer Stelle nochmal zurueck

Nochmal anders an Hand eines Fantasiebeispiels mit ausgedachten Zahlen: man nehme an, dass von 1000 Leuten 4 Schilddruesenkrebs bekommen (Bemerkung: die wirkliche Zahl ist eher 3 von 100-tausend … siehe die guten Nachrichten im vorherigen Satz). Desweiteren nehme man an, dass staendiges Sitzen diese Chance um 25 % erhøht (Bemerkung: viel Sitzen geht nicht auf die Schilddruese!). Dann waren das also 5 von 1000 … eine relativ geringe Chance und bei den Zahlen aus dem echten Leben ist die noch viel viel viel geringer.
Weiterhin gilt, dass selbst WENN ich einer von diesen fuenf Leuten bin, dann haette ich mit mehr als vier Mal høherer Wahrscheinlichkeit diesen Krebs auch dann bekommen wenn ich den ganzen Tag im Wald spazieren gehen wuerde!

Das ist wichtig, denn 25 % hørt sich nach URST viel an und auf den ersten Blick interpretierte ich das so, dass meine mir lieben und wichtigen Hobbies (Zocken, Lesen, Programmieren und Datenanalyse … nicht notwendigerweise in dieser (oder irgend einer) Reihenfolge) mich umbringen werden!
Wie aber bereits dieses Fantasiebeispiel mit viel zu groszen Zahlen zeigt, ist dem mitnichten so! Die erste Aussage zeigt, dass ich høchstwahrscheinlich eh keinen Schilddruesenkrebs bekommen werde. Die zweite Aussage bedeutet, dass selbst wenn es doch passiert, es nicht wegen meiner Hobbies war.

Diese Erkenntnisse fand ich spannend und deswegen machte ich mich daran, die wirklichen, altersspezifischen Zahlen zu finden … aber dazu mehr beim naechsten Mal (auch wenn ich oben schon ein Resultat gespoilert habe).

Ein Thema ueber das man nicht spricht … und (noch) eine Fortfuehrung der hier begonnenen Gedanken. Letztere gehen bei mir ja nun auch schon wieder zwei Dekaden zurueck, ein semi-abhaengiger Aspekt der an sich schon interessant ist … aber darum soll es nicht gehen.

Auch wenn ich hier auf ganz andere Dinge eingehen werde, so liegt die Motivation doch in dem worueber letztlich auch eine andere zur Zeit laufende Miniserie handelt:

[…] ich versuche zu lernen, mit der Absolutheit meiner eigenen Sterblichkeit umzugehen […] [indem ich] schwere Probleme in Teile [zerlege] die ich prozessieren kann … und oft kommen dabei Fragen und Antworten und Ideen und Ueberlegungen bei raus, die ganz unabhaengig vom urspruenglichen (oder eigentlichen) Problem durchaus interessant sind :) .

So ist das auch hier.

Ueberhaupt darauf gekommen bin ich, weil ich neulich ueber einen sehr interessanten Artikel von Ugai, T., et al. mit dem Titel „Is early-onset cancer an emerging global epidemic? Current evidence and future implications“ in Nature Reviews Clinical Oncology, 19, 2002, pp. 656–673 gestoszen bin (zur Zeitpunkt des Schreibens war das leider nicht verfuegbar bei meiner ueblichen Quelle).
„Early onset“ bedeutet in dem Zusammenhang, bevor man 50 ist und das ist von Interesse, denn junge Menschen bekommen _deutlich_ seltener Krebs und wenn sich da was messbar aendert fuer die Menschheit, dann ist es wichtig die Gruende heraus zu finden.

Wieauchimmer, dort fand ich heraus, dass …

[…] prolonged sedentary television viewing time was associated with an increased incidence of early-onset [colorectal cancer] independent of exercise and BMI.

Ich guck zwar nicht all zu viel TV, aber ich zocke viel und sitze auch auf Arbeit den ganzen Tag. Deswegen war ein naheliegender Gedanke: „Verdammte Kacke .oO(Wortspielkasse)“. Meinem normalen Bewaeltigungsmechanismus folgend versuchte ich diesen gigantischen Schreck in kleinere, verstehbare Teile zu zerlegen.

Um diesen ersten Beitrag mit einer positiven Note abzuschlieszen eine gute Nachricht: ich kam zu dem Schluss, dass ich mir darueber nicht wirklich den Kopf zerbrechen muss … aber dazu komme ich erst an spaeterer Stelle … denn der Weg zu dieser Erkenntnis war gepflastert mit voll spannenden Sachen … und darueber geht diese Miniserie.