Archive for the ‘Allgemein’ Category

Bzw. das letzte _Bild_ von meinem Gehirn ist eine zweite Seitenansicht …

… denn das Ding ist ja dreidimensional :) .

Diesmal nur bei 7 T, denn leider habe ich davon kein Vergleichsbild bei einer kleineren magnetischen Flussdichte.

Als ich in der Maschine lag wunderte ich mich, warum die ein drittes Mal losratterte, aber das Scannen in der dritten Dimension erklaert das natuerlich.

Das Aptian ist ein Alter waehrend der Kreide(zeit) waehrend dessen, vor ca. 120.5 Millionen Jahren, das ozeanische anoxisches Ereignis  OAE1a stattfand.

Im unteren Diagramm von Fig. 1 zeigen Schmidt und Frank das δ13C Signal aus diesem Zeitraum. Ich konnte eines der dort dargestellten Datensaetze habhaft werden (unter Research data for this article, dann (Appendix A1) Calcium carbonate and TOC concentrations and isotope ratios of DSDP Site 47-398 (Direktlink) und dort dann Download dataset as tab-delimited text) und die Form und Verteilung der Datenpunkte passt. Aber weil dort wieder die Tiefe aus der die Probe entnommen wurde angegeben ist, anstatt der Zeit, digitalisierte ich lieber wieder den erstgenannten Grafen (und alle relevanten Datenpunkte) um es dann selbst darzustellen:

Das OAE1a liegt im Vergleich zum beim letzten Mal vorgestellten Paläozän/Eozän-Temperaturmaximum viermal laenger zurueck, und die Schwankungen in den Daten sind auch ca. vier mal grøszer. Dennoch ist im δ13C-Signal ein (relativ) klarer Unterschied ausmachen zu den Jahren vor und nach dem Ereignis. Schon fetzig, was die Wissenschaft so kann!

Und das soll es dann mit diesem Thema (und der dazugehørigen Miniserie) auch gewesen sein. Ich fand es sehr interessant zu lesen, dass man eine Dinosaurierzivilistaion mglw. tatsaechlich nachweisen kønnte. Aenderungen in relevanten Signalen waeren zwar (sehr) klein, aber die Beispiele des PETM und OAE1a zeigen, dass diese auch nach ueber hundert Millionen Jahren immer noch zu sehen sind. Und auch geologisch sehr kurze Ereignisse (also anders als die ausgedehnten Perioden des PTEM bzw. OAE1a) sind durchaus messbar. Cool wa!

Geburtstagsbeitrag! Und wieder einmal schreibe ich ueber ein Thema, welches vermutlich nicht interessant ist fuer den Rest der Menschheit, aber was mich schon laenger beschaeftigt.

Dieses Mal geht es darum, dass es vielleicht der letzte Geburtstagsbeitrag ist. Hoffentlich nicht weil ich bald sterbe, sondern weil ich schon seit Jahren immer wieder mit dem Gedanken spiele mit dem Weblogschreiben aufzuhøren. Der Grund liegt darin, dass ich das jetzt 15 Jahren mache und das doch relativ viel meiner Zeit braucht.
Aber relativ viel Zeit brauchte es schon immer und schon seit Jahren denke ich mir zwar ein Publikum wenn ich einen Beitrag schreibe, bin mir aber bewusst, dass hier (fast?) niemand mehr liest … der Zeitaspekt kann also nicht der einzige Grund fuer diese Gedanken sein.

An der Stelle wuerde ich jetzt „Aber der Reihe nach“ schreiben … nur gibt’s diesbezueglich keine Reihe. Dies ist eher ein „Work in Progress“ als ein logisch und konsistent ausgearbeitetes Gedankengebaeude (weswegen es ganz hervorragend als Geburtstagsbeitrag passt). Es sind also Spruenge in den unten angesprochenen Themen zu erwarten.

Angefangen habe ich urspruenglich um die in Dtschl. gebliebenen Bekannten auf dem Laufenden zu halten wie das so in Norwegen ist. Das wurde aber schnell „alt“.
Im Nachhinein sehe ich, dass ich zu dem Zeitpunkt bereits in einer „Periode der wilden Entdeckungen“ war, welche meine persønliche Entwicklung _MASSIV_ vorantrieben. Die zwei groszen Stichworte sind hierbei Anarchismus (im Kropotkinschen Sinne) und Postmodernismus … wobei das Ganze natuerlich viel komplexer ist als zwei Wørter und viele Jahre dauerte, bevor ich da ueberhaupt halbwegs durchblickte und was fuer mich persønlich „draus machen“ konnte. Letztlich gab es dadurch einen (mehr oder weniger) flieszenden Uebergang in eine zweite Phase dieses Weblogs, welche fuer mich ein Art „goldenes Weblogzeitalter“ war in dem ich viel ueber diese ganz wunderbaren Ideen schrieb.

Aber das ist nun auch schon eine Weile vorbei. Nicht dass ich mit obigen Ideen „fertig“ waere — mitnichten! — aber ich bin schon seit Jahren auf keine mir fundamental neuen Ideen gestoszen. Und das fuehrte in eine dritte Phase des Weblogs, die eher eine Art „øffentliches Tagebuch“ als „ich-muss-meine-Gedanken-bzgl.-dieser-fantastischen-Ideen-unbedingt-loswerden-damit-mein-Kopf-vor-Freude-und-Begeisterung-darueber-nicht-explodiert“ ist. Klar freu ich mich immer noch ganz betraechtlich ueber das was ich hier schreibe (und ueber mindestens 100 Mal mehr Sachen ueber dich ich nicht schreibe) und will das der Welt immer noch mitteilen … aber … mhm … ich sag jetzt mal „der Ton“ ist ein anderer … und das ist OK.
Und da ist es schon. Auch wenn hier immer noch regelmaeszig Artikel erscheinen, so geht mir das Material aus worueber ich schreiben will … ich wiederhole mich zwar oft, aber wenn ich das Gefuehl habe, dass ich etwas oft genug gesagt habe, dann kommt auch nix mehr (bzw. viel viel weniger); siehe wieder Anarchismus (im Kropotkinschen Sinne) und Postmodernismus.

Kurzer Sprung zu Ideen an sich. Ein Kuenstler (mich duenkt das war Ruthe oder Flix) meinte mal, dass Kuenstler (mglw. insb. Cartoonisten) immer gefragt werden, wo sie denn ihre Ideen hernehmen und dass das ja ganz erstaunlich ist wie viele verschiedene das sind. Seine Antwort war, dass er da gar nix macht, auszer mit „wachen Augen“ durch die Welt zu laufen.
Und das geht mir genauso. Am offensichtlichsten ist das bei den vielen Artikeln solcher Art. Aber nicht nur bei denen, denn manchmal (in der 2. Phase des Weblogs auch øfter als nur manchmal) wenn ich was lese denke ich: .oO(das lohnt sich darueber ’nen Artikel zu schreiben). Da ich einen Teil lese, kommt da ueber die Zeit so Einiges zusammen.
Aber auch hier bemerke ich seit Jahren, dass ich das weniger oft denke … meistens aus den gleichen Gruenden wie oben.

Deswegen gibt es Fuellartikel … aber bevor ich zu denen komme møchte ich zunaechst sagen, dass ich sehr gerne schreibe … ich nehme an, dass dies das wichtigste „Gegengewicht“ zum obigen Zeitaspekt und der Hauptgrund ist, warum mein Weblog nicht laengst vor langer Zeit das selbe Schicksal erlitten hat wie so viele andere Weblogs.
Vielleicht der wichtigste Grund warum ich so gerne schreibe ist, dass es mir hilft Dinge und mich und andere und die Welt und das Universum besser zu verstehen. Das ist also sowas wie die Gummiente beim Programmieren; nicht genau das Gleiche, aber aehnlich.

An der Stelle møchte ich gerne aus einem anderen (Achtung: eher konservativen) Weblog (den es bestimmt bald nicht mehr gibt) ausfuehrlich zitieren:

When you are grasping at something through your keyboard. When you have read something on the ancient Yamnaya and the North American native nations and the French after WWII and you find a common thread. You have grasped at some subterranean layer of truth. And you try and draw it out for others, but really for yourself. And you create it and share it online and never look at it again but you know it is there and that it is good.

Das manifestiert sich dann auch darin _wie_ ich schreibe. Verøffentlicht werden die Artikel seit bald 10 Jahren regelmaeszig an jedem Primzahltag … auszer dem 23. September, dann das ist nur einen Tag nach meinem Geburtstag und manchmal erschienen Artikel auch an Tagen die durch andere Zahlen als nur Eins und sich selber teilbar sind.
Geschrieben wurden (und werden) die aber oft in „Schreibrunden“ von oft nur wenigen Wochen mit laengeren und langen Pausen dazwischen. Bspw. ist es jetzt gerade erst Anfang August, aber seit Mitte Juli sind bis Mitte November Artikel vorbereitet (und diesen Geburtstagsbeitrag habe ich lange vor mir hergeschoben).

Das scheint nur ein nebensaechlicher Aspekt zu sein, aber ist ein Ausdruck zweier Dinge. Zum Einen dessen was ich oben schrieb: ich mag es zu schreiben und wenn ich erstmal dabei bin, dann „flieszen“ die Gedanken von selber in meine Finger und selbige „fliegen“ ueber die Tastatur. Der andere Aspekt ist das Gegenteil dessen, denn nach einer Pause faellt es mir immer schwer wieder anzufangen mit dem Schreiben.
Oder anders: wenn ich weniger Artikel schreiben und diese unregelmaesziger verøffentlichen wuerde, dann ist das vermutlich das Ende dieses Weblogs.

Und hier kommt ein weiterer Stolperstein, denn seit einiger Zeit habe ich den Eindruck, dass bzgl. meiner persønlichen Entwicklung (siehe oben) nicht mehr so viele aufschreibenswerte grosze Dinge dazukommen. Das sieht man ja auch ganz deutlich daran, wie sich die Art der Themen an denen ich mich ausfuehrlich abarbeite geaendert haben. Die seit langer Zeit laufende (aber auch auf das Ende zugehende) Kevin Bacon Maxiserie ist im Wesentlichen nur ein „Notbehelf“ um einen Grund zum Webblogschreiben zu haben. Auch wenn ich die Untersuchungen sehr interessant finde (und nur durch das Schreiben auf so viele Ideen gekommen bin), so sind dies keine (neuen) Ideen, die mir helfen das Universum und meine Position darin besser zu verstehen.
Klar ich stolpere immer noch ueber interessante Sachen, die ich in mein Weltbild einbaue, aber das sind dann eher Modifikationen als „Durchbrueche im Verstehen der Welt“ … aber ich wiederhole mich, denn darueber liesz ich mich weiter oben bereits aus.

Damit komme ich zu den Fuellartikel zurueck. Die erkennt man meistens daran, dass diese an Tagen erscheinen, von denen es nur 2 Tage bis zum naechsten Primzahldatum sind. Fast immer sind diese kuerzer. Mit Ausnahmen natuerlich, bspw. sind die Krebs-Artikel (aber auch andere) eigentlich keine Fuellartikel, aber wg. Kevin Bacon sind die Plaetze fuer lange Artikel ausgebucht.
Auf die Idee der Fuellartikel um mich am Schreiben zu halten kam ich vor ein paar Jahren und dafuer nahm ich zuerst meine Toilettenbilder her … was letztlich fast 250 Artikel wurden. Als ich keine Toilettenbilder mehr hatte, schrieb ich ueber 300 Weltraumabenteuerartikel; da habe ich zwar noch ein paar offen, aber letztlich ist da auch „die Luft raus“. Es gab auch viele Fuellartikel in anderer Form (bspw. das was z.Z. unregelmaeszig unter der Ueberschrift „Revisited“ erscheint).

Und mehr als ein paar Mal passierte (und passiert) es, dass ich nur kurz was schreiben wollte und „aus Versehen“ entwickelte sich ein langer Artikel daraus, weil beim Schreiben noch mehr Gedanken dazu kamen und Verknuepfungen enstanden und dadurch Zusammenhaengen ersichtlich wurden … siehe das Zitat weiter oben: intellektuelle stimulierung durch das Schreiben an sich. Das ist (wieder: intellektuell) natuerlich sehr befriedigend und somit eine Art positive Rueckkopplungsschleife warum ich so gerne Schreibe.

Das Konzept der kurzen Fuellartikel ist also ganz wichtig, um mich am Schreiben zu halten … nun gehen mir aber nicht nur die neuen (des Aufschreibens wuerdigen) „groszen Gedanken“ aus, sondern auch die „Kleinen“ fuer Fuellartikel.
Andererseits klage ich (intern) da seit Jahren drueber und bisher hab ich doch immer noch was gefunden.

Als letzten Aspekt fragte ich mich ob ich hier nur noch schreibe, weil ich schon so viel Zeit in diesen Weblog gepackt habe. Das waere eine aehnliche Situation wie als die Regierungen der Briten und Franzosen beim Concorde-Projekt dem vielen schlechten Geld noch mehr gutes Geld hinterhergeworfen haben, anstatt das alles abzubrechen. Auch wenn hier Geld keine Rolle spielt, also eine Art des „Versunkene-Kosten-Irrtums„.
Ich habe ehrlich das Gefuehl, dass dem nicht so ist. Hauptsaechlich aus dem oben genannten Grund, dass ich wirklich gerne (hier) schreibe, trotz des immensen Zeitaufwands.

Alles in allem kann das ganz kurz zusammengefasst werden:
1.: mir geht das Material aus und …
2.: … wenn ich nicht regelmaeszig schreibe, schreibe ich gar nicht.

Deswegen die Frage im Titel … vllt. komme ich noch bis zum naechsten Geburtstag, oder vielleicht auch darueber hinaus. Ein paar Ideen hab ich noch und dann wollte ich auch einige der hier vorgestelten Datensachen (bspw. Kino, oder Strøm und so) auf den neuesen Stand bringen.
So lange was da ist, werde ich schreiben … aber vllt. krieg ich irgendwann ’n Rappel ganz pløtzlich und dann wisst ihr meine lieben Leserinnen und Leser jetzt schon, warum vielleicht pløtzlich nix mehr kommt.

Wow! Bis zum Buchstaben „V“ habe ich es gebracht. Ich dachte, dass es nur ein paar Beitraege (so vier oder sechs oder so) werden. Aber die „Reise“ war voll spannend und ich habe mehr und mehr voll interessante Sachen entdeckt.

Wie eigentlich fast immer begann die Reise indem ich ueber einen Artikel stolperte. Dieser enthielt ein Faktum, welches mir Angst bereitete: Zocken verursacht Krebs. Eine kurze Fermiabschaetzung des Problems brachte mich zur Erkenntnis, dass ich das mal im Detail betrachten muss. Dies fuehrte mich zu mehr Quellen und wie schon øfter erkannte ich dadurch, dass ich nicht umhin komme mir die Rohdaten zu beschaffen um das mal alles selber nachzurechnen. Letztere enthielten Begriffe die ich nicht kannte und bei denen ich erstmal lernen musste, was die bedeuten. Dieses Verstaendniss erlaubte mir Werte auszurechnen die ich gerne haben wollte, welche aber nur (mehr oder weniger) indirekt in den Rohdaten enthalten waren. Und dann ging’s erst richtig los.

Ich erkannte schnell, dass Krebs an sich im Wesentlichen nicht wirklich vermeidbar ist, aber dass es weit weniger wahrscheinlich ist daran zu erkranken oder zu sterben als meine Angst mir versucht weis zu machen. Insbesondere lernte ich, dass es rational gesehen wenig sinnvoll ist, sich ueber ganz bestimmte Krebsarten Sorgen zu machen, nur weil man von denen schon mal gehørt hat. Es sei denn wenn paffend am Strand sitzen mit dm Sangria in der Hand eine bevorzugte Freizietbeschaeftigung ist. Dies aber brachte mich zum Anfang zurueck, denn meine Lieblingsfreizeitbeschaeftigung soll demnach auch ein Risikofaktor sein; zum Glueck nur fuer eine Krebsart (da ich ein Mann bin, bei Frauen waeren es zwei). Und selbst da fuehrt es nicht zu massiv erhøhten Krebsdiagnosen. Auszerdem kann der (negative) Einfluss meines Hobbies nicht so grosz sein, dass es extra Aengste rechtfertigt, denn bei den seit Jahrzehnten zu beobachtenden Trends gibt es andere, unterliegende Ursachen die einen viel grøszeren Einfluss haben. Puuh, Glueck gehabt.

Damit haette ich alles abschlieszen kønnen, aber ich fand es voll spannend zu sehen, dass und wie sich Sitzen ueberhaupt in den Daten bemerkbar macht.
Abschlieszend, kam ich dann noch mit einer so guten Nachricht, die jedweden negativen Effekt des Zockens ueberkompensiert; toll wa!

Lange Miniserie, kurzer Sinn: Ja, um Krebs komm ich im Grunde genommen nicht drumrum. Als Mann wird es vermutlich Prostatakrebs, aber insgesamt ist es ein komplett statistischer Prozess, da kann ich NIX gegen machen, auszer vorher an ’ner anderen Sache zu sterben. Aber die Zahlen zeigen, dass es sich nicht lohnt sich den Kopf zu zerbrechen. Und so lange man nicht raucht oder urst viel saeuft oder in der Sonne liegt, und versucht jeden Tag ’n Spaziergang zu machen ist man statistisch gesehen schon auf der besseren Seite (nicht nur bzgl. Krebs sondern auch bzgl. Herz- und Kreislauf oder bzgl. des zu groszen Kørpervolumens).
Nur das Altern kann halt nicht aufgehalten werden … und ist absolut … womit sich der Kreis schlieszt … aber es ist besser, wenn ich damit jetzt meine Ruhe finde, als wenn mich das fuer den Rest meines Lebens bekuemmern wuerde … und ich mach das halt derart, dass ich mir die Daten persønlich anschaue (und interpretiere) … … … und dann ewig drueber schreibe … tihihihi.
Und wiedereinmal bin ich froh, dass ich mein Studienziel erreicht habe *froi*.

Ach so … eine Konsequenz dieses Prozess versuche jetzt jeden Tag, egal welches Wetter, wenigstens einen Spaziergang zu machen. Ich bin jetzt ueber 40, es ist høchste Zeit … mal sehen wie ich das durchhalte. Auszerdem versuche ich Zuckerprodukte noch mehr aus meiner Diaet zu entfernen … aber nicht auf Teufel komm raus. Ich mag meinen Honig im Tee und meine Kirschmarmelade und den Knoppers ab und zu schon sehr gern und die sind ja ein Teil meiner Lebensqualitaet.

Neulich stolperte ich ueber diese drei Molekuelstrukturen:

Quelle, Quelle, Quelle, Lizenz, alle Molekuele erstellt von Jynto, Beschriftung von mir, alle Abbildungen sind verkleinert.

Das erste Molekuel ist dank der Beschriftung unschwer zu identifizieren. Das zweite Molekuel ist Tee und das Dritte ist besser bekannt als Schokolade.

Dass die drei Molekuele aehnlich sind war mir so halb bekannt (wenn auch definitiv mehr passives, denn aktives Wissen). Aber dass Tee und Schokolade praktisch Kaffee mit nur einer winzigen Aenderung ist, war mir nicht bewusst. Es ist ja jeweils nur eine klitzekleine CH3-Gruppe (an zwei verschiedenen Stellen) durch ein einzelnes Wasserstoffatom ausgewechselt worden!

Solche (kleinen) Aenderungen fuehren natuerlich zu einer anderen Elektronenverteilung ueber das Molekuel und somit zu (mehr oder weniger leicht) geaenderten elektrischen Potentialen. Letzteres erklaert die verschiedenen physiologischen Wirkungen. Warum Kaffee mir nun gar nicht schmeckt, Tee sehr wohl und Schokolade am meisten von den Dreien erklaert das aber auch nicht … … … jaja … ich weisz, dass da immer noch mehr als nur die drei Molekuele drin sind.

Der Ansicht von der Seite beim letzten Mal folgt heute die Draufsicht:

Aufgrund der deutlich høheren magnetischen Flussdiche bei der das rechte Bild aufgenommen wurde, treten die Unterschiede der verschiedenen Gewebearten nicht nur im Kontrast sondern auch in der Schaerfe viel klarer hervor.

Ansonsten aber bilde ich mir, dass alles gleich geblieben ist. Das waere natuerlich høchst spannend, wenn das fMRI-Bilder waeren und man da dann Veraenderungen sehen kønnte. Es ist ja doch sehr viel passiert zwischen den beiden Bildern. Aber es sind „leider“ „nur“ „normale“ MRT-Bilder.

Doch noch nicht die Zusammenfassung, denn ich stolperte ueber etwas, was in diesem Zusammenhang (sehr!) relevant ist.

Ich erwaehnte mehrfach, dass es gut ist, dass heutzutage so viele Mensche an Krebs erkranken. Dies deswegen, weil es ein Ausdruck eines gewaltigen Fortschritts ist und bedeutet, dass so viele Menschen nicht mehr an anderen, vermeid- oder behandelbaren Krankheiten sterben. Als Illustration mag die Woche vom 8. bis 15 August 1665 aus „London’s dreadful visitation: or, a collection of all the Bills of Mortality for this present year: beginning the 27th of December 1664 and ending the 19th of December following: as also the general or whole years bill. According to the report made to the King’s most excellent Majesty / by the Company of Parish-Clerks of London.“ dienen:

Das war ein Pestjahr und hatte entsprechend viele Pesttote zur Folge. Aber das unterstreicht meinen Punkt eher mehr, als weniger. Ansonsten faellt auf, dass es nur 2 Krebstote gibt. Dabei ist zu natuerlich zu beachten, dass laengst nicht alles was Krebs war auch als solcher erkannt wurde. Hier ist eine Uebersetzung (vieler) alter Krankheitsnamen zu unseren heutigen Begriffen zu finden. Bspw. bedeutet „Winde“ nicht, dass die 8 Leute sich zu Tode gepfurzt haben. Vielmehr handelt es sich dabei um verschiedenste Krankheiten, unter anderem sicherlich auch kolorektales Karzinom.

Nichtsdestotrotz, Todesursachen wie bspw. „Wormes“, „Scurvy“ oder „Found dead in the Street“ sind heutzutage so selten, dass sie tatsaechlich eine Nachricht wert sind … zum Glueck.

Und das ist natuerlich ein ganz fantastischer Fortschritt und ich bin froh, dass ich im Vergleich zu damals eine deutlich erhøhte Wahrscheinlichkeit habe, an Krebs zu erkranken. So paradox diese Aussage auch zunaechst scheinen mag.

Das PETM trat vor ca. 55.5 Millionen Jahren auf (die 55.8 Millionen Jahre in der dtsch. Wikipedia sind ohne Quellenangabe) und ist …

[n]ach übereinstimmendem wissenschaftlichem Urteil […] die prägnanteste und am schnellsten auftretende natürliche Erwärmungsphase […] der letzten 66 Millionen Jahre.

Im rechten oberen Diagramm von Fig. 1 zeigen Schmidt und Frank die δ13C und δ18O Signale … und ich habe ein paar Probleme mit damit.
Zum Ersten die unterschiedlichen Einheiten der Ordinate; Promille fuer δ13C und equivalente Temperatur fuer δ18O. Das geht, sieht aber scheisze aus und waere meiner Meinung nach besser mit zwei unterschiedlichen Ordinaten gewesen. Auszerdem ist’s komisch, denn das muss ja noch extra umgerechnet werden.
Zum Zweiten størt mich die Einteilung der Abszisse mit dem Nullpunkt am Start des PETM. Ja das geht und ist im Rahmen des Artikels durchaus sinnvoll, aber ich finde das unnøtig kompliziert.
Deswegen machte ich mich auf, die Originaldaten zu finden … um (mal wieder) festzustellen, dass das nicht so einfach ist wie ich (mal wieder) gehofft hatte. Die entsprechenden Artikel sind meist nicht frei verfuegbar bzw. die Rohdaten ohnehin nirgendwo verøffentlicht. Zumindest einen Artikel aus dem Daten fuer besagtes Diagramm stammen konnte ich lesen. Was ich in dortiger Fig. 3a sehe stimmt mit dem was Schmidt und Frank zeigen ueberein (auch wenn dort die Tiefe (des Bohrkerns) benutzen wird anstatt der Zeit, aber das kann man umrechnen).

Aber ich wollte Schmidt und Frank gar nicht kontrollieren; ich vertraue darauf, dass deren Daten stimmen. Ich wollte das aber selber darstellen und dafuer brauche ich die Rohdaten … an die ich nicht heran komme.
Zum Glueck gibt es flinke Menschen die freie (Hurrah!) und kostenlose Software programmieren welche eine massive Unterstuetzung dabei sind, Daten aus Diagrammen herauszupulen, wenn diese nur als Bild vorliegen. Toll wa!

Und so sieht das PETM (aus der Perspektive der δ13C und δ18O Signale) aus:

Nochmals kann ich nur sagen: toll, wa! Das zappelt zwar alles, aber trotzdem das Signal sehr klein ist (eine Aenderung des Isotopenverhaeltnisses ist erst in der dritten Nachkommastelle bemerkbar) kann man das PETM ziemlich klar auch nach ueber 55 Millionen Jahren noch erkennen. Ich find das voll krass und super spannend.

Das zeigt eindeutig, dass δ13C und δ18O als Kennzeichen fuer betraechtliche Umweltumwaelzungen auch nach vielen Millionen Jahren hergenommen werden kønnen.
Andererseits ziehen sich die Aenderungen des PETM ueber mindestens tausende von Jahren hin und sind somit nicht als Zeichen bzgl. des Endes einer Zivilisation zu interpretieren. Trotzdem fetzig!

Das soll genug sein fuer heute. Beim naechsten Mal geht’s noch weiter in die Vergangenheit zurueck.

Zuerst liesz ich mich darueber aus, dass DNA-Methylierung voll oft vorkommt (und urst wichtig ist). Dann verlautbarte ich, dass diese, der DNA angeheftete Zusatzinformation aber fast vollstaendig geløscht wird und deswegen eigentlich nicht auf die naechste Generation uebertragen wird.
Heute nun wird das „fast“ im zweiten Satz und der dritte Teil der meinen Artikeln zugrundeliegenden (anderen) Artikel wichtig. Zunaechst zur Wichtigkeit des Wortes „fast“.

Beim letzten Mal schrieb ich

[d]ie Ausnahmen sind […] zum grøszten Teil […] DNA-Abschnitte[n] [zuzuordnen] die bei der Reproduktion an andere Stellen im genetischen Code „springen“ kønnen. Das kann natuerlich fatale Konsequenzen haben und durch die Methylgruppen wird der Zelle mitgeteilt, dass die nicht „aktiviert“ werden sollen […].

Das aber betrifft die DNA-Methylierung der Gameten und deren Methylierung wird in der frisch befruchteten Eizelle ja auch wieder fast komplett geløscht (und neu geschrieben). Eine Veraenderung in der DNA-Methylierung der Gameten schafft es also høchstwaehrscheinlich ueberhaupt nicht bis in den Gonaden. Und wenn doch ist es unwahrscheinlich, dass diese auch an die Gameten aus denen die naechste Generation entsteht, uebertragen werden. Denn wie (auch) beim letzten Mal erwaehnt, findet bei der Erschaffung der Gameten eine zweite Løschung statt.

Lange Rede kurzer Sinn: das wird sehr sehr sehr sehr unwahrscheinlich, dass eine veraenderte DNA-Methylierung in den Eltern auch auf die Kinder oder gar Enkel uebertragen wird. Ich komme darauf zurueck, møchte aber erst auf den Fall eingehen, wann das doch passieren kann: wenn waehrend der Schwangerschaft (bspw.) eine Hungersnot auftritt.

Wenn das passiert wird die DNA-Methylierung des Embryos im gleichen Masze veraendert, wie die der Mutter. Das kønnte den Eindruck machen, dass die Veraenderung von der Mutter auf das Kind uebertragen wird. Aber wenn ich das richtig verstehe ist Ersteres unabhaengig von Letzterem, denn von der Erbinformation in der Eizelle abgesehen, uebertraegt die Mutter keine weitere DNA mehr auf das Kind.
Ist der Embryo nun weiblich, so kann diese Aenderung auch auf die (ueber)naechste Generation uebertragen werden, denn die Eizellen werden ja (beinahe) fix und fertig gemacht waehrend der weibliche Embryo heranwaechst. Es besteht also eine Chance, dass die Løschung waehrend der Gametogenesis fuer diese spezifische Aenderung nicht stattfindet, weil die Hungersnot immer noch anhaelt. Bei maennlichen Embryos ist das nicht der Fall, denn selbst wenn diese die veraenderte DNA-Methylierung „mitnehmen“, so werden Spermien konstant neu gebildet und irgendwann ist die Hungersnot vorbei.
Das alles ist wie immer stark vereinfachend zusammengefasst und ich mache bestimmt Fehler und habe selbst die Vereinfachung nicht richtig verstanden.

Letztlich laeuft alles auf zwei Dinge hinaus:
1.: JA; epigenetische Veraenderungen gibt es,
2.: ABER, es ist sehr sehr sehr unwahrscheinlich, dass diese ueber mehrere Generationen fortgetragen werden.

Das Problem weswegen ich bisher dachte, dass Epigenetik mglw. grøszere (soziale und gesellschaftliche) Folgen haben kønnte, lag nur indirekt (!) darin, dass ich beim Lesen wissenschaftlicher Studien immer nur beim 1. Punkt haengen geblieben bin. Das ist an und fuer sich erstmal nicht schlimm, auch wenn es sich bei bei denen eigtl. immer um Beobachtungsstudien handelte. Das sind wissenschaftlich legitime Studien, aber ueber deren Nachteile habe ich mich bereits an anderen Stellen ausgelassen.
Das Problem ist vielmehr, dass der 2. Punkt so viel sehr spezifisches und kompliziertes Hintergrundwissen aus einem Spezialfeld der Wissenschaft fordert, dass man da nicht einfach so drueber stolpert … … … auch wenn ich da einfach drueber gestolpert bin … aber es hat lange genug gedauert.
Oder anders ausgedrueckt: der erste Punkt ist relativ schnell erklaert und man muss sich gar nicht so viel Extrawissen aneignen um das zu verstehen; das ist beim 2. Punkt mitnichten der Fall.

Aber nun habe ich das getan. Wenn ich in Zukunft ueber Studien stolpere in der behauptet wird, dass Traumata der Groszeltern via DNA-Methylierung auf die Enkel uebertragen werden, denn werde ich davon ausgehen, dass solche Studien alle Nachteile von Beobachtungsstudien enthalten und die Schlussfolgerungen mit grøszter Skepsis zu betrachtet sind.
Toll wa! Wieder was gelernt :)

Die Entwicklung der Crude Rates fuer viele Krebsarten kann man sich altersgruppenspezifisch (fuer norwegische Maenner) hier anschauen (kolorektrales Karzinom ist voreingestellt, aber man kann alles (inklusive der Nation) aendern). Im Wesentlichen sieht das fuer fast alle Krebsarten aus wie die beim vorletzten Mal vorgestellten und betrachten Daten zum kolorektalen Karzinom: die Crude Rates fuer fast alle Krebsarten gehen hoch oder bleiben seit Jahrzehnten konstant.
Es gibt aber drei Ausnahmen: Kehlkopf-, Lungen– und Magenkrebs.

Die Crude Rates der ersten Beiden Krebsarten stiegen an bis in die 70’er / Anfang der 80’er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Danach waren die Zahlen konstant und fallen seit ca. der Jahrtausendwende ab. Der Verlauf dieser Kurve ist leicht zu erklaeren, wenn man bedenkt, dass fuer diese beiden Krebsarten Rauchen ein massiver Risikofaktor ist und wenn man ein bisschen Information aus dem bereits hier erwaehnten Report mit dem Titel „The Health Consequences of Smoking–50 Years of Progress: A Report of the Surgeon General“ im Hinterkopf hat. Genauer gesagt Bild 2.1, in welchem der Zigarettenkonsum ueber der Zeit dargestellt ist. Auch wenn die dargestellten Daten fuer die USA gelten, so denke ich, dass die folgende Zusammenfassung im Wesentlichen (und vermutlich auch in vielen Details) auch fuer (West)Europa gilt.
1964 kam besagter Bericht des „Surgeon General“ heraus und das setzte dem Wachstum des Zigarettenkonsums ein Ende. Aber nur dem Wachstum! Die Anzahl der gepafften Zigaretten blieb fuer ca. 15 Jahre (beinahe) konstant. Erst seit den 80’er Jahren gibt es genuegend Masznahmen, die zu einem hinreichend starken Abfall des Zigarettenkonsums fuehrten.
Die Entwicklung der Crude Rates fuer Kehlkopf- und Lungenkrebs aehnelt dem Verlauf der oben verlinkten und besprochenen Kurve, aber mit einer Zeitverschiebung von ca. 15 Jahren. Ich denke nicht, dass ich darauf eingehen muss warum hier eine Zeitverschiebung auftritt.

Wieauchimmer, das ist irrelevant fuer mich, da ich nie wirklich geraucht habe. Deswegen ist die Sache mit dem Magenkrebs so viel interessanter fuer mich und die sieht so aus:

Wie schon beim vorletzten Mal (nur diesmal fuer Magenkrebs) sieht man auch hier wieder die Crude Rate per Altersgruppe (farbkodiert), fuer norwegische Maenner, bezogen auf das Jahr wann die Diagnose gestellt wurde. Man beachte auch hier wieder die unterschiedlichen Skalen der Ordinaten. Die Altersgruppe 45-49 Jahre ist zur Referenz in beiden Diagrammen dargestellt (rote Datenpunkte/Linie). Wie immer dienen die Linien nur zur besseren Visualisierung des Trends. Die gestrichelten Linien zwischen einigen Datenpunkten bei der Altersgruppe 20-24 Jahre soll ausdruecken, dass es in den (dazwischenliegenden) Jahren keine Magenkrebsfaelle in dieser Altergruppe gab.

Nach der langen Vorrede kann ich dann nur noch sagen, dass dieses Bild ganz klar fuer sich spricht. Im Wesentlichen kann man (wenn die Zahlen nicht nur um all zu kleine Werte zappeln) sagen, dass die Anzahl der Magenkrebsfaelle vor 60 Jahren fuer alle Altersgruppen ca. 500 % grøszer war als heute und seitdem stetig abgenommen hat.
Anfaenglich gingen die Zahlen zurueck, weil (bspw. durch bessere Kuehlung) mehr frisches Essen zur Verfuegung stand. Deswegen haben die Leute (viel) weniger geraeucherte und gepøkelte Lebensmittel verzehrt die als Risikofaktoren (heute) bekannt sind.
Und dann kam Mitte der 80’er Jahre der Typ der sich selbst ein Magengeschwuer verpasste und dafuer den Nobelpreis gewonnen hat: Barry Marshall. Seitdem versteht man eine der Hauptursachen fuer Magenkrebs — Helicobacter pylori — besser und kann was dagegen tun.

Danke dafuer Herr Marshall, denn selbst wenn Zocken mein Risiko fuer ein kolorektales Karzinom verdoppeln wuerde (was es nicht tut, siehe letztes Mal) wird das durch diese Entwicklung mehr als ueberkompenisert.